GESTATTEN DATSCHE: Folge 2

von Wiebke

Folge 2: Augen auf beim Lauben-Kauf!

Ich will, ich will, ich will. Manchmal bin ich wie ein kleines Kind: dann will ich einfach was ganz bestimmtes haben. Viele Gedanken? Fehlanzeige. So wie beim Kauf meiner Datsche. Oder nennt es Laube, Wochenendhaus, Sommerhaus, Gartenhaus… wie ihr wollt. Mein Gott, war ich naiv. Mein Gott machte ich viele Fehler. Jetzt bin ich schlauer – und genau davon könnt ihr profitieren. 

Fehler, die ich gemacht habe und die ihr nach dem Lesen vermeiden könnt…

Ich gebe es zu: der Zeitpunkt, als der Entschluss da war eine Datsche zu kaufen, war denkbar schlecht. Damals steckte ich im Beziehungstief meiner 10-jährigen Ex-Beziehung. Ich wusste zu dem Zeitpunkt nicht, dass es nur 1 Monat später vorbei war. Tja. So ist das Leben. Zwei Tage nach der Trennung unterschrieb ich den Kaufvertrag. Ich war so durcheinander, dass ich meine Schwester Marieke brauchte, die das Geld den Verkäufern vorzählte. Mein ganzer Körper war voller Angst und dennoch voller Hoffnung.

Ich wollte, dass jeder Pinselstrich stellvertretend für mein neues Leben ist. Wollte alles neu gestalten. Und dabei machte ich etliche Fehler… Das hört sich jetzt alles erst mal nach Schwarzmalerei an… aber da gibt es ja diesen Spruch „Aus Fehlern lernt man“. Und ich hab einiges gelernt.

Oh manno…

Grundsätzlich bin ich ein schlaues Mädchen. Skeptisch und kritisch in den richtigen Momenten. Damals halt nicht genug. Aber das Warum kennt ihr ja jetzt. Wenn ihr plant, ein Wochenendhäuschen zu kaufen, dann gibt es ein paar Dinge zu beachten. Lest jetzt die 3 Schritte zum gelungenen Lauben-Kauf.

Schritt 1 zur Datsche:
„Money, money, money“

Ja, über Zahlen redet keiner gern. Ich auch nicht. Aber bitte vergesst nicht, dass es mit dem Kauf des Häuschens allein nicht getan ist. Ich war da viel zu naiv und wunderte mich auf ein mal über Steuerzahlungen. Die Kosten können natürlich je nach Grundstück variieren – je nachdem was ihr euch  zulegt. Eine Parzelle im Kleingartenverein? Ein Pachtgrundstück? Oder doch lieber gleich Haus und Land kaufen? Bei mir ist es ein Häuschen auf einem Pachtgrundstück geworden.

  • Kaufpreis des Hauses (bei mir 9.000,00 Euro)
  • evtl. Pacht des Grundstücks (jährlich anfallende Kosten, bei mir 702,00 Euro)
  • Renovierungskosten (bei mir betragen die mittlerweile mehr als der Kaufpreis)
  • Sperrmüllentsorgung (meine Vorgänger waren irgendwie Messies)
  • Grunderwerbssteuer
  • Wasserversorgung (denkt dran: auch wenn das Grundstück nicht mit Trinkwasser erschlossen ist: man muss auch Abwasser zahlen)
  • Stromversorgung (auch wenn ihr im Winter vermutlich nicht da seid: ihr zahlt monatliche Abschläge)
  • Müllentsorgung (ich zahle eine Jahresgebühr für Saisongrundstücke und pro Müllabholung circa 1,60 Euro)
  • Schornsteinfeger (aber der bringt ja auch Glück)
  • evtl. Grubenentsorgung (wir sind nicht an die Kanalisation angeschlossen und haben eine recht große Grube. Die muss je nach Nutzung vom Profi entleert werden)
  • Gebäudeversicherung (würde ich jedem raten)
  • evtl. Telefon/Internet (geht aber auch über das Smartphone und Hotspot. Für besseren Internetempfang empfiehlt sich auch ein Firestick)
Tipp: Sollten diese Kosten nicht alleine stemmbar sein, such dir einen Datschen-Kumpel! Hör dich mal in deinem Freundeskreis um – da gibt es sicher mindestens noch einen, der solch einen Traum hat. Ihr solltet euch allerdings blind verstehen und auch den gleichen Style haben. Sonst wird’s schwierig.

 

Es kann schon mal verflixt wie die 13 sein

Schritt 2 zur Datsche:
„Alles ist veränderbar – die Lage nicht!“

Ich habe mich vor gut 3 Jahren für ein kleines Häuschen auf einem Pachtgurndstück entschieden. Kein Verein, sondern eine alte DDR-Datschensiedlung im Wald, im Speckgürtel von Berlin. Gerade Brandenburg. Mittlerweile stehen da sogar ein paar echte Wohnhäuser. Das ist übrigens super – so ist die Gegend auch im Winter belebt. Und das ist gut gegen Einbrecher. So etwas muss man auch bedenken.

  • Macht euch zuerst Gedanken wofür ihr die Datsche genau haben wollt: als Ruhe-Insel in der totalen Einöde oder um auch mal kurz hinzufahren.
  • Wie lange braucht es von Haustür bis Haustür? Auch mal zur rush hour! (man möchte vielleicht auch mal direkt vom Wochenende auf dem Land in den Job starten)
  • Auch mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar wenn mal kein Auto parat ist?
  • Strommasten, Windräder, Autobahnen oder Flughäfen in der Nähe? Will ja keiner (ich hab übrigens die benachbarte Autobahn echt unterschätzt. Jetzt hoffe ich immer, dass es keinen Westwind gibt)
  • Kleingartenverein? Achtung: Pflichten! Das kam für mich nicht in Frage.
  • Ist Wasser zum Baden in der Nähe? (schließlich nutzt man das Häuschen ja mehr im Sommer)
  • Wassernähe ist toll – heißt aber auch mehr Feuchtigkeit und Mücken!
  • Nachbarn – nur Gartenzwerge und akkurat gemähter Rasen drumherum? Achtung! Könnte eventuell nicht zu euch passen?
  • Das Wichtigste zum Schluss: Sonne! Unterschätzt nie die Wichtigkeit des Lichtes. Zu wenig davon drückt auf die Stimmung und erhöht die Stromrechnung.
Tipp: Nutzt Google Maps und vor allem die Satellitenanzeige und Streetview. So könnt ihr euch auch schon mal die Nachbargelände angucken.

 

Achtung: lieber dreimal vorher hingucken und Gefahren abschätzen

Schritt 3 zur Datsche:
„Einem gekauften Gaul guckt man definitiv ins Maul“

Jaja, ich weiß, das Sprichwort lautet eigentlich anders. So passt es aber besser ; )  Meine Güte, war ich naiv. Ich hätte den Kaufpreis so drücken können damals. Tja, draus gelernt. Mein Fehler war, dass ich zu oft „geht schon“ gedacht habe. Fehlende Wasserleitung in der Küche, veraltetes Stromnetz, maroder Wintergarten, eine total dämliche Dachkonstruktion die prädestiniert ist für eintretende Feuchtigkeit, etliche kaputte Türzargen… die Liste war noch länger. Ein Glück bin ich gut im Verdrängen. Deshalb meine To-look at-Liste für euch:

5 und 2 Tipps für euren Hütten-Kauf:

  1. Elektrik? Alt, neu? Ausreichend Steckdosen? Auch draußen?
  2. Feuchtigkeit: die darf niemals, niemals, niemals vorhanden sein. Wenn es beim Reingehen danach schon riecht, geht lieber wieder schnell raus. Man weiß nie, wie viel Arbeit und Geld da noch drin steckt. Ich weiß wovon ich rede. Ich hatte das Dach nicht genauestens angeschaut – 3 Monate nach Kauf tauchten erste Schimmelspuren im Innenraum auf.
  3. Garten: tote Bäume? Zu große Bäume die zu alt und demnach gefährlich werden könnten?
  4. Guckt euch generell nicht nur ein Objekt an! So könnt ihr vergleichen und lasst euch nicht blenden. (auch etwas, was ich beim nächsten Mal anders machen würde)
  5. Geht zur Besichtigung mindestens zu zweit hin! Und zwar tagsüber! Nur so könnt ihr richtig urteilen und Schwachstellen erkennen. Am besten geht ihr mit jemanden hin der sich mit Renovierungsarbeiten auskennt und ein Haus mit ganz anderen Augen sieht als ihr.
  6. Wichtige Utensilien für die Besichtigung: nehmt ne Taschenlampe und einen Feuchtigkeitsmesser mit. Das klingt spießig, schont aber vor Frustrationen
  7. Klopft Wände ab, prüft die Bauweisen. Holz? Stein? Alte DDR-Pappwände? Daran hält nämlich nicht mal ein Regal. (auch das musste ich lernen)
Tipp: Und wenn ihr zu Renovieren anfangt – vergebt besser keine Aufträge an Nachbarn, Freunde und Familie. Bauarbeiten können Beziehungen zerstören!

 

Alles was du dir wünschst, kann Wirklichkeit werden

So, das sind sie, meine Tipps. Meine Erkenntnisse aus meinen Fehlern. Nutzt sie, um es besser zu machen
: ) Eine Datsche ist was Wunderbares und ich möchte sie niemals mehr missen. Mittlerweile ist sie nämlich wirklich zu dem geworden, was ich mir damals vor 3 Jahren erhofft habe: das Sinnbild für mein neues Leben.

An dieser Stelle ein riesengroßes Dankeschön an meine Familie, meine Freunde aber vor allem an meinen Mann: Nino, ohne dich wäre es nicht das, was es heute ist. Liebe!

MACH’S DIR SCHÖN 
Adebars Töchter

PS: In der nächsten Folge erfahrt ihr, worauf ihr beim Renovieren eures Wochenendhäuschens wirklich achten solltet! Also bis bald, in der Folge 3 von GESTATTEN DATSCHE.

 

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One thought on “GESTATTEN DATSCHE: Folge 2

  1. Oh ja, ich kann mich noch genau an den Tag des Datschen-Kaufs erinnern. Absolut nicht der richtige Zeitpunkt. Aber nachdem das Projekt Datsche erst mal etwas lag, bist du ja jetzt richtig fleißig. Ich bin gespannt wie es aussehen wird, wenn alles fertig ist… Schon jetzt macht es Spaß, dich dort zu besuchen.

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