Allroundtalent Löwenzahn

von Wiebke

Von wegen „Unkraut“! Kaum ein Wildkraut ist so wandelbar wie er – man könnte den Löwenzahn auch das Chamäleon der Wiese nennen. Und selbst jedes Kind kennt ihn: als strahlend gelbe Blume oder als Pusteblume dessen Schirmchen wie kleine Elfen durch die Lüfte tanzen. Doch der Löwenzahn kann viel mehr als schön und wandelbar sein – er ist eine wahre Heilpflanze und durch seinen hohen Gehalt an Mineralstoffen und Vitaminen heimisches Superfood! Wie er uns Menschen auf unterschiedlichste Art und Weise helfen kann? Wir erzählen es dir.

Löwenzahn – lecker und wohltuend

Wildkräuter und Heilpflanzen erleben derzeit ein echtes Revival. Die Menschen scheinen sich wieder danach zu sehnen mehr mit der Natur verbunden zu sein. Kein Wunder, dass viele sich also wieder begeistern für das, was da draußen wächst. Und der Löwenzahn ist eine tolle Einsteiger-Pflanze – denn quasi jedes Kind kennt ihn. Seine Blätter so gezackt wie das Gebiss eines Löwen, der Stängel hohl mit weißem Milchsaft, die Blume strahlend gelb – und als Pusteblume magisch wie ein Besuch ins Land der Feen und Elfen. Und seine Heilkraft: bekannt seit dem Altertum.

Was macht den Löwenzahn so gesund?

„Taraxacum officinale“ – das hört sich doch schon an wie Magie. Viele verkennen diesen gelben Frühjahrsboten als lästiges „Unkraut“. Ich setze das absichtlich in Anführungsstriche, weil es mittlerweile politisch korrekt „Beikraut“ heißt. Wer hat überhaupt irgendwann man die Grenzen gezogen und so viele nützliche Wildpflanzen durch das Wort „Unkraut“ abgewertet? Gemein. Denn die kleine Wildblume hat wahre Zauberkräfte für unseren Körper.

Man nennt ihn daher auch „Bettseicher“ oder „Bettpisser“ – warum? Weil er, als Tee getrunken, stark harntreibend ist. Die Wurzeln sind als Lebertonikum bekannt: die enthaltenden Bitterstoffe fördern die Bildung von Magen- und Gallensaft und kurbeln die Bauchspeicheldrüse an. Er regt den Appetit an und hilft bei Verdauungsbeschwerden wenn der Magen sich nach einer fettreichen Mahlzeit aufgebläht anfühlt. Er ist ein Helfer gegen die Frühjahrsmüdigkeit und hilft beim Fasten oder Abnehmen. Er reinigt sogar unser Blut und soll bei Rheuma helfen!

Aber Achtung: bei geschädigten Organen (vor allem bei Problemen mit den Gallenwegen oder Nieren) besser vorab mit dem behandelnden Arzt sprechen. Auch bei einer Allergie gegen Korbblütler sollte man auf die Pflanze verzichten. Magenempfindliche Menschen sollten nicht zu viel am Tag davon essen. Und was  ist mit dem Gerücht, dass der Milchsaft giftig sei? Das ist Quatsch. 

Die enthaltenden Bitterstoffe machen den Löwenzahn also so wertvoll – aber vielleicht magst du es etwas weniger bitter? Dann kannst du Stängel oder Blätter in etwas Salzwasser eine Stunde lang einlegen – bestenfalls zwischendurch das Wasser wechseln. Die Bitterstoffe verringern sich somit – aber sei dir bewusst: so geht auch etwas der Heilkraft verloren. Die Knospen und Blüten allerdings schmecken eher süß als bitter und machen sich wunderbar auf dem Teller. Ein schnelles Rezept, was du Feines aus den Knospen machen kannst, verrate ich dir hier.

REZEPT: Falsche Kapern – eingelegte Löwenzahnknospen

Zutaten:
2 Tassen Löwenzahnknospen (fest verschlossene)
200 ml Wasser
600 ml bester Essig
1 EL Salz
1 Prise Meersalz

So geht’s:
Wasser, Essig und Salz in einem Topf aufkochen. Kleine Schraubgläser mit heißem Wasser ausspülen und trocknen. Die Knospen in die Gläser füllen und ein wenig Meersalz hinzugeben. Das heiße Essig-Wasser-Salz-Gemisch drübergießen und gut verschließen. Die Gläser auf den Kopf stellen. 1-2 Wochen ziehen lassen und anschließend wie Kapern als Antipasti oder als Zugabe zum Salat verwenden. 

So verwendest du den Löwenzahn noch

BLATT:
Salat
Smoothie
Pesto

STÄNGEL:
Kringel-Spaghetti

KNOSPE:
Falsche Kapern

BLÜTE:
essbare Blumendeko
Sirup bzw. „veganer Honig“
Tee
Schnaps oder Likör
Massageöl gegen Verspannungen
Creme bei trockener, strapazierter Haut

WURZEL:
Tee
Kaffee-Ersatz

Tipps zum Sammeln

Sammele nur dort wo keine Schadstoffe sind: also nicht neben vielbefahrenen Straßen, gedüngten Feldern oder dort wo viele Hunde ausgeführt werden. Pestizide, Abgase oder Pipi mag keiner. Bitte beachte zudem: Wildpflanzen sind vor allem eines: Nahrung für Wildtiere. Demnach sammle achtsam und nur so viel, wie du wirklich brauchst und lasse den Tieren immer etwas übrig. Noch ein Hinweis: ernte immer maximal nur die Hälfte der Pflanze – so kann sie sich regenerieren und stirbt nicht ab. 

Die Natur bietet uns unzählige Heilkräfte – wir müssen nur wieder lernen sie nutzen und sie wertzuschätzen. Naturmedizin ist nicht nur klimaneutral, regional und umsonst – sondern der Anfang von Allem was wir aus der Apotheke kennen. Dieses alte Wissen für dich wieder schmackhaft zu machen, das ist unser Antrieb. 

Hast du den Löwenzahn schon lieben gelernt? Was machst du damit? Erzähl es uns doch mal in den Kommentaren.

Live happy. Live green.
Deine Adebars Töchter

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2 thoughts on “Allroundtalent Löwenzahn

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