Berlin, unsere Stadt – Adebars Töchter’s Lieblingsplätze

von Wiebke

12 Bezirke, 96 Ortsteile – Berlin ist riesig! 3,65 Millionen Einwohner sind hier gemeldet – dazu kommen noch etliche Illegale und 13,5 Millionen Touristen allein 2018. Kein Wunder, warum es an jeder Ecke so vor Restaurants, Bars, kleinen Läden und schönen Plätzen strotzt: man will unterhalten werden! Hier bekommt ihr keine 08/15 Infos – sondern kleine Geheimtipps für eure Berlin-Zeit – unsere ganz persönlichen Highlights!

„Berlin ist arm, aber sexy“, sagte Klaus Wowereit, alter Bürgermeister der Hauptstadt. Recht hat er. Schulden, können wir. Feiern auch. Kreativ sein, Projekte schmieden, über den Tellerrand schauen – das auch. Seit über 15 Jahren wohnen wir, Marieke und Wiebke, nun hier. 

Unsere Lieblingsstadtteile: Friedrichshain, Prenzlauer Berg, Mitte, Kreuzberg oder Neukölln. Wir wissen wo es authentisch ist, was sich bewährt hat und welchen Umweg man getrost machen sollte.

Unser Stadtteil: Friedrichshain. Früher Arbeiter-Kiez, dann kamen viele Studenten und Punks. Heute gesellen sich immer mehr dazu, sogar Yuppies. Doch die mag man hier nicht wirklich – Friedrichshain war schon immer eher anti. Und genau deswegen mögen wir es hier. 

Der Schwesterdialog

Warum wohnst du dort, wo du wohnst?

Marieke:
Wiebke ist schuld, oder besser gesagt meine Cousine Caro. Die beiden wohnten damals in Friedrichshain, als ich von Hamburg nach Berlin gezogen bin. Also zog auch ich hierher. Mein Mann Jan wohnte in Prenzl`Berg. Also wir zusammen gezogen sind war es uns fast egal wohin wir ziehen. Aber der Wohnungsmarkt hat uns dann wieder nach Friedrichshain gebracht. 

Wiebke:
Ich liebe Friedrichshain, dieser Stadtteil passt mit seiner vielfältigen, leicht rebellischen Art am besten zu meinem Charakter. Ich bin eher ein sesshafter Typ – mag es, wenn mich der Bäcker um die Ecke kennt und ich beim Späti-Mann anschreiben lassen kann (Spätis nennt man hier den Kiosk)… deswegen zieht es mich immer wieder hierher zurück. 

Was ist dein Lieblingsplatz in deinem Kiez, Friedrichshain?

Marieke:
Ich liebe die Bänschstraße. Sie hat etwas dörfliches. Auf der einen Seite die Kirche, auf der anderen Seite der Park. Zwischendrin die begrünte Straße. Man kennt sich hier – der Kioskbesitzer, der Bäcker und der leckere Spanier – übrigens mein Restauranttipp weiter unten. Zum Glück wurde mein Traum wahr, und ich durfte hier ein paar Jahre leben. Dann wurde luxussaniert und ich hatte damals keine Kohle die Wohnung zu kaufen. Schade eigentlich, denn jetzt wäre sie doppelt so viel wert. 

Wiebke:
Der Wochenmarkt am Samstag auf dem Boxhagener Platz. Ich finde diesen Ort magisch, liebe die Atmosphäre. Einen Flatwhite beim Kaffeemobil von passengercoffee trinken, frisches Obst und Gemüse an jeder Ecke, Menschen gucken, mit Verkäufern plaudern. 

Runterkommen in der Stadt: das ist mein Geheimtipp:

Marieke:
In der Stadt? Da gibt es zwei Orte – beide am Wasser. Einmal die Hafenküche in der Citymarina – nur 15  Minuten mit dem Rad von zu Hause entfernt. Und zum anderen das Strandbad Friedrichshagen. Das Freibad ist einfach wunderbar und liegt direkt am Müggelsee. Ein kleiner Ort mit drei Umkleidekabinen, einem SUP-Verleih, und einem kleinen Kiosk. Auch mit den Öffis kann man da gut hinkommen.

Wiebke: 
Die Insel Stralau. Irgendwann als Studentin bin ich mal da gelandet. Ist bei uns in Friedrichshain quasi gleich um die Ecke. Eigentlich ist es mehr eine Halbinsel oder eher gesagt eine Zunge. Wenn man dort, an der Spitze oder am kleinen Hafen steht, komme ich richtig runter. Am liebsten im Winter, wenn alles ruhig ist und man das Klirren der Eisschollen hören kann. 

Was macht Berlin für dich besonders und lebenswert?

Marieke:
Die Offenheit. Das man sein kann, wie und wer man will. Das Multikulturelle. Die Vielzahl an gastronomischen und kulturellen Möglichkeiten. 

Zugegeben: Zu Beginn war ich fasziniert von der Vielzahl an Aktivitäten, dann versetzte es mich in Stress, da ich nie alles ausprobieren kann. Und nun gehe ich entspannt damit um. Allerdings sehne ich mich – vermutlich aufgrund des Alters und der Kinder – nach mehr Ruhe und einer Wohnung/einem Haus mit Garten.

Wiebke:
Es ist der Mix aus Allem was mich hier reizt. Ok, früher mehr als heute. Langsam und leise nehme ich innerlich Abschied zu meiner Lieblingsstadt und wünsche mir Stille und Grün um mich herum. Berlin ist wahnsinnig vielseitig, eine Collage von verschiedensten Kulturen und ein Ort, gelebter Geschichte. Ost und West. Die Mauer.

Jeder kann und darf hier so sein, wie er/sie ist. Das gefällt mir am meisten. Auch dass man hier wirklich alles haben kann! Schicke Villengegenden, schnöde Plattenbauten, prächtige Altbauten, Bausünden und Kulturdenkmäler wie den Dom, das Brandenburger Tor oder Schloss Charlottenburg. 

Familienausflug zum Brandenburger Tor

5×5 – unsere 5 Top5 für euch

Welche 5 Dinge sollte man abseits der typischen Touristenattraktionen unserer Meinung nach in Berlin gesehen haben?

  1. Spaziergang durch den Plänterwald mit Blick auf den alten Freizeitpark Spreepark und sein großes Riesenrad. Danach was trinken und essen auf dem Restaurantschiff Klipper. Achtung: es gibt noch Führungen im Spreepark – vorher erkundigen.
  2. RAW Gelände: Ein Bierchen im Biergarten Cassiopeia, feiern im Zum schmutzigen Hobby, Essen im angesagten Kwahn, schlendern, Musik hören. 
  3. Boot mieten und die Stadtteile Rummelsburg, Friedrichshain, Treptow und Kreuzberg vom Wasser erkunden, z.B. Bootsverlei Spreeboote der Hafenküche oder an den Bootsverleihen rund um die/auf der Insel der Jugend.
  4. Die Holzmarkt Pampa. Dieses Open Air Gelände liegt direkt an der Spree, schräg gegenüber vom Ostbahnhof. Es ist eine kleine phantasievolle Welt die von feierlustigen Freigeistern der Kater-Familie gebaut wurde. Hier kannst du essen, trinken, chillen oder nebenan im noch immer angesagten Kater Blau feiern. 
Boot mieten und Berlin vom Wasser aus erkunden

Unsere Top 5 Eisläden in Berlin

  1. Eispiraten – Bestes Kiez-Eis aus Friedrichshain zu fairen Preisen
  2. Hokey pokey – fancy Eiskreationen in der Stargarder Straße, Prenzlauer Berg. Achtung: nicht billig!
  3. Paletas – außergewöhnliches Eis am Stil in der Wühlischstraße
  4. Florida Eis – Tradition aus Berlin. Gibt’s auch in vielen Supermärkten.
  5. Eismanufaktur in Berlin Friedrichshain – wurde sogar vom Gourmet-Blatt „Feinschmecker“ gelobt

Unsere Top 5 Restaurants

  1. Spanische Tappas im Restaurant Vineria Del Este, Bänschstraße, Friedrichshain. Immer gut.
  2. 1990 Vegan Living – Friedrichshain ist das Land der Veganer. Hier kann man phantastisch tierfrei essen. Überall kleine Schälchen mit asiatischen Leckereien.
  3. Chinesisches Fondue, Lucky Star, Mitte. Am anderen Ende der Einkaufsstraße, der Friedrichstraße, liegt das nicht hübsche aber phantastische kleine Restaurant. Wurde uns von einem Chinesen empfohlen und tatsächlich trifft man hier sehr viele Asiaten. Dann kann es nur gut sein. Ist es auch. Unbedingt das Fondue essen! 
  4. La Buvette, endlich mal ein leckerer und unkomplizierter Franzose. Besonders empfehlenswert ist das Tatar.
  5. Wiesenstein am Viktoria-Luise-Platz, Schöneberg. Eines der besten schwäbischen Restaurants die ich (Wiebke) kenne. Schäufele, Elefantenohr, hausgemachte Spätzle. Linsen mit Würstchen gibt’s sogar auch. Dazu echte Stofftischdecken, gestärkte Servietten und einen großartigen Service. 

Unsere 5 liebsten Kaffee- und Kuchenläden

  1. Verzuckert – Konditorei & Patisserie in Friedrichshain. Eigentlich werden hier hauptsächlich Torten für Feste vorbereitet. Aber zum Glück gibt es auch ein kleines, liebevolles Café mit den leckersten Sachen – zudem zu einem super Preis. 
  2. Kuchenrausch – nicht wirklich schön von innen, dafür ein Klassiker. Tolle deutsche Küche, super Frühstücksvariationen und herrlich selbstgebackener Kuchen. Am besten sitzt man auf der schönen Terrasse vor der Tür.
  3. Cafe Luise Cherie – ein französisches Café mit phantastischem Kuchen. Dazu französische Getränke-Highlights und viel Herzlichkeit. Die Geschwister Carole und Eric haben hier mit antiken Möbeln ihres Vaters eine kleine französische Oase geschaffen.
  4. Anna Blume – inzwischen ein Klassiker im Prenzlauer Berg. Ein „echtes“ Speisecafé. Das Frühstück ist besonders fein: hier bestellt man am besten eine Etagere die man sich mit dem Gegenüber teilt.
  5. Aunt Bennie – nirgendwo auf dieser Welt wird es einen besseren Karottenkuchen/Carrot Cake geben als hier. Saftig, nicht zu süß, würzig, cremig. OMG! Super Café, tolle Croissants, kreative herzhafte Snacks. Die Frühstücksplatte ist auch super! Daneben ist übrigens gleich ein Park mit Spielplatz! Good to know.
Die große Terrasse vom Kuchenrausch ist herrlich – die Speisen auch

Unsere 5 liebsten Shoppingläden

  1. Maerz – fancy Klamotten mitten im Friedrichshainer Kiez. Ausgewähltes Sortiment.
  2. Goldmarie – hier kauft Marieke schon seit Jahren fast all ihre Schuhe. Wie auch viele ihrer Freundinnen. Prenzlauer Berg, Stargarder Straße.
  3. Made in Berlin – der wohl beste Second Hand Laden mit ausgewähltem Hipster-Zeug. Mitten in Mitte. Hier kann ich, Wiebke, nie genug bekommen.
  4. Humana, Frankfurter Tor – hässlich ist das Second Hand-Kaufhaus dort schon, dafür findest du auf fünf riesigen Etagen einfach alles. Von der Vase bis hin zur Skijacke. Trendy Teile sind auf einer eigenen Etage. Ebenso Möbel. Hier findet man immer was. Und das ist gut für die Nachhaltigkeit. Gebt Dingen eine zweite Chance! Hier geht das.
  5. The Concept Store im Soho House – hip, trendy, toll. Parfums, Pflanzen, Kleidung, Schreibwaren… hier findest du alles was Stil hat. Und angesagt ist. Dazu kannst du einen Cold Brew Kaffee schlürfen oder sogar dein Homeoffice hier her verlegen. Wenn du Glück hast, triffst du hier Promis aus aller Welt.

„Berlin ist arm, aber sexy“ so waren sie, die Worte von Berlins ehemaligen Bürgermeister. Ob man das nun auch so sieht, oder nicht. Eh egal. Denn in Berlin darf jeder so sein wie er ist. Und auch denken, was er will. Alles geht in Berlin. Und deswegen ist die Hauptstadt nicht nur eine Reise wert – sondern ist auch echt lebenswert. 

MACH’S DIR SCHÖN 
Adebars Töchter

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