Raus aufs Land. Aber wie viel Landleben ist ok?

von Marieke

Berlin. 87qm, drei Zimmer und vier Personen. Langsam wird es eng in der Stadtwohnung. Unser Drang nach Ruhe und Natur wird hingegen immer größer. Wir wollen raus aus der Stadt. Aber wie viel Land ist akzeptabel, ohne gleich abgeschnitten zu sein? Diese und tausend weitere Fragen beschäftigen mich derzeit, wenn ich an unsere Zukunft denke – und unser (hoffentlich) zukünftiges Eigenheim.

Von der Stadt aufs Land

Gefühlt will jeder Dritte in meinem Bekanntenkreis raus aufs Land ziehen, oder zumindest in den Speckgürtel. Genug von der Stadt. Schluss mit Trubel. Hinzu kommen die stark steigenden Mieten. Eine Vier- oder Fünf-Zimmer-Wohnung sind kaum zu bezahlen. Wohnen auf dem Land ist günstiger, zumindest teilweise. Denn Land ist nicht gleich Land. Da gibt es den direkten Stadtrand, die etwas weiter entfernten Orte und es gibt den großen Unterschied der Anbindung – mit Zug oder ohne. Autobahnnähe ja oder nein.

Das Tor zu einer anderen Welt – auf dem Land

Land ist nicht gleich Land

Mich bewegt aktuell folgende Frage: Raus aufs Land in das Elternhaus ziehen oder doch lieber ins Berliner Umland? Ein Dorf voller Ruhe, wo es aber noch nicht mal einen Bäcker gibt? Oder doch lieber einen Ort suchen, mit etwas Gastronomie, einen Bahnhof und evtl. weiteren Ex-Städtern? 

Dorfsterben versus Landliebe

Die Städte wachsen. Viele Ortschaften sterben hingegen aus. Besonders der Osten Deutschlands ist davon stark betroffen. Im jungen Alter wollen Viele in die Stadt, um etwas zu erleben. Doch spätestens  mit der Familiengründung, kommt der Wunsch, aufs Land zu ziehen. Aber ausgestorbene Orte sind wahrlich unsexy. Wie wäre es also, die Freunde mit ins Gepäck zu nehmen und gemeinsam aufs Land zu ziehen? Urbanes Flair auf dem Land sozusagen? Hof Prädikow in der Märkischen Schweiz ist so ein Beispiel, wo sich Städter gemeinsam den Traum vom Landleben erfüllen. 

Brauche ich wirklich das Angebot wie in der Stadt?

Immer wieder werde ich gefragt: „Nutzt du denn eigentlich das Angebot in der Stadt“? Und ich sage immer: „Nein“. Aber dann habe ich mal richtig nachgedacht. Ich gehe ca. 3x im Monat in ein Restaurant essen. Im Sommer jeden zweiten Tag in eine super Eisdiele und nur ca. 2x im Jahr ins Kino oder Theater. Ok, Letzteres ist also kein Grund. Ein wirklicher Entscheidungsgrund sind aber die Spielplätze. Und dabei meine ich nicht die Qualität der Klettermöglichkeiten für die Kleinen. Vielmehr die Besucher. In Berlin sind die Spielplätze voll. Manchmal sogar überfüllt. Man sieht sich hier – mehr als nur einmal – und kommt automatisch ins Gespräch. Der Grundstein für Freundschaften ist gelegt. Anders ist es auf dem Land. Oft sehe ich vereinsamte Spielplätze, da jeder in seinem eigenen Garten spielt. Wo also soll ich andere Eltern kennen lernen? Ahh, ich habe Angst…

Hilfe, wie viel Landleben kann ich (noch) ertragen?

Kurzum: Nein, ich schöpfe das Angebot in der Stadt wahrlich nicht aus. Aber es ist schön zu wissen, es jederzeit zu können. Und die Stadt inspiriert mich – die Geschäfte, die Menschen. Hinzu kommt die Geselligkeit, das Miteinander. Ich liebe es, Menschen zu treffen. Sich zu unterhalten, gemeinsam lachen, Freude und Sorgen miteinander zu teilen. Mein Wunsch nach Cafés, Weinwirtschaften oder sonstigen gemütlichen Orten ist daher groß.

Und was ist mit dem Job?

Pendeln ist möglich, aber auf Dauer mühselig und kostet zu viel Lebenszeit. Gutes Internet muss daher her, auch auf dem Land. Denn nur so ist digitales Arbeiten möglich. Mit den Füßen im Gras und gleichzeitig die neuesten Apps programmieren. Schöne Vorstellung. Oder noch besser: auf dem Land Bioware herstellen, online verkaufen und auf Insta tausende Follower für sich und die Natur begeistern. Aber nicht jeder ist im Online-Business unterwegs. Ich hoffe also, dass künftig noch viele weitere Arbeitgeber innovativ denken und flexibles Arbeiten ermöglichen, inklusive Homeoffice. 

Auch auf dem Land herrscht nicht nur heiter Sonnenschein

Ähm, da ist noch mehr

Währenddessen ich hier sitze und schreibe, komme ich vom Hundertsten ins Tausendste. Eins ist also klar: Ich halte euch was meine Gedanken und unsere Suche betrifft auf dem Laufenden. Denn sicherlich ist da draußen jemand, der auch das Bedürfnis hat sich mitzuteilen und auszutauschen… LET ME KNOW – gleich hier.

MACH’S DIR SCHÖN 
Adebars Töchter

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2 thoughts on “Raus aufs Land. Aber wie viel Landleben ist ok?

  1. Wenn ich vor ca. 40 Jahr von Amsterdam via Berlin nach Lühnde verschlagen wurde, weil meinem Mann hier einen Hausarzt Praxis übernehmen wollte, war Ich mutterseelenallein und schwanger. Nach Baby nr.2 kannte ich hier schon ein paar nette Leute. Was sich rasant änderte wenn Kind nr.1 in der Spielkeis kam. Zusammen mit andere Mütter. Im Spielkreisel mithelfen, das schweißt zusammen. Wenn ich zurück denke an alle big party’s drinnen oder draußen, mit oder ohne Kinder. OK das Leben auf dem Lande ist nicht zu vergleichen mit das Leben in der Stadt , aber für die Kinder ein großer Abenteuer Spielplatz. Schnell genug werden Sie flügge und ziehen (vielleicht) in einen Stadt. Mein Credo: wenn es möglich ist genieße mit den Kinder die Natur und Ruhe, der Hektik kommt von selbst, wenn Mann das Dörflichen Leben adieu sagt.

  2. Schöner Artikel, Schwesterherz. Ich liebe das Land und merke mehr und mehr, dass ich in sie zurückkehren will. Möglichst schnell. Es geht mir einfach viel besser dort. Lustig, neulich hab ich gelesen, dass Natur selbstbewusst macht. Ist für Kinder natürlich auch toll zu wissen. 😉

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