NACHGEFRAGT: Hochzeitsrednerin Lena – ein Job im Dauerglück?

von Wiebke

Wenn man Lena Johanna Schmitt das erste mal trifft, dann ist man wahrscheinlich erstmal fasziniert von dem Lächeln welches einen förmlich umarmt. Wie praktisch für eine Hochzeitsrednerin! Welche Superkraft sie manchmal gerne hätte und was das mit einem Trampolin zu tun hat? Das werdet ihr in den nächsten Zeilen erfahren.

Von Glück, Schweiß und Tränen

Lena hat große braunen Augen. Die meistens lachen. Sie ist so ein Mensch, den man einfach mag. Und wenn man solch ein naturgegebenes Talent hat, dann sollte man das nutzen. Hat sie. Lena bezaubert (nicht nur) Brautpaare. Sorry wenn das cheesy klingt, ist aber so. 

Sie ist eine unglaubliche Netzwerkerin, zum Beispiel hat sie den Venture Ladies Club mitgegründet. Ein cooler Club von Business Frauen (und die es noch werden wollen), die sich unterstützen und weiterbilden. Dabei fällt mir ein, da wollte ich ewig mal wieder hin.

Vielseitig und schlau ist sie, die Lena, das würden viele bestätigen. Und hinter dem Wort „Senior Change Strategist“, welches ihr gleich noch lesen werdet, steckt die Arbeit in einer Digitalagentur aus Berlin. Rckt– ihr eigentlicher Arbeitsplatz.

Zudem ist sie Berufs-Coach und Trainer in der Erwachsenenbildung. Im elterlichen Betrieb.  Wie gesagt, Lena ist vielseitig. Denn kennengelernt haben wir uns vor zig Jahren nämlich in einer TV-Produktionsfirma. Aber jetzt soll sie selbst mal was zu sich sagen.

NACHGEFRAGT

Name: Lena Johanna Schmitt           

Alter: 35

Beruf: Senior Change Strategist – Hochzeitsrednerin ist mein schönes “Hobby”

Wohnort: Berlin

Lieblingsspruch: Yeah Yeah Yeah

1. Wen siehst du, wenn du in den Spiegel guckst?
Ich mache da ganz gerne Grimassen – und dann muss ich lachen 😉

2. Wie bist du auf die Idee gekommen, auf Hochzeiten Reden zu halten? Und wie wird man überhaupt Hochzeitsredner?
Ich kannte freie Trauungen nur aus amerikanischen Romcoms (romantische Komödien, Anm. der Redaktion) und wusste gar nicht, dass es das in Deutschland auch gibt.

Aber eine Freundin von mir ist Wedding Plannerin und hat mich vor ein paar Jahren gefragt, ob ich mir das nicht vorstellen könnte – denn von meinem Job her bin ich es gewohnt, vor Leuten zu stehen und zu sprechen und ich liebe Hochzeiten: die aufgeregte und freudige Stimmung, die strahlenden Gesichter, die schönen Kleider und das leckere Essen, yummie 😉 

Also habe ich eine Art Mini-Ausbildung bei einem erfahrenen Hochzeitsredner gemacht, meine Freundin Jette um Unterstützung gebeten (weil sie ganz wunderbar formulieren kann) und kurz danach hatte ich meine erste Hochzeit.

Das war so toll, dass Jette und ich dann beschlossen haben: Das machen wir zusammen und so haben wir freie-hochzeitsreden.com gegründet. Und ich kann mir keine bessere Partnerin für dieses schöne Hobby vorstellen, oft sitzen wir zusammen, hören schnulzige Klaviermusik und lesen uns gegenseitig unsere Texte vor.

Fotocredit: Anne Freitag / annefreitagweddings.com

3. Was liebst du besonders an deinem Job als Hochzeitsrednerin?
Ich finde es wahnsinnig schön, die Paare an ihrem besonderen Tag zu begleiten. Ich lege viel Wert darauf, die Geschichte so zu schreiben, dass sie und ihre Gäste sich voll darin wiederfinden.

Wenn ich dann merke, dass meine Rede die Zuhörer fesselt, sie bei manchen Geschichten aus der Kindheit in lautes Lachen ausbrechen und an anderen Stellen vor Rührung heulen müssen, dann bin ich ganz glücklich.

4. Was ist – in deinem Job – dein bisher größter Erfolg/ schönster Moment?
Jedes Mal der Moment, wenn ich merke: ja, das macht das Paar und die Gäste wirklich glücklich. Nicht nur, dass die Zeremonie ein ganz wesentlich und total emotionaler Teil eines unglaublich wichtigen Tages ist, an den sich alle hoffentlich lange erinnern werden. Sondern sie schafft auch eine ganz besondere Verbindung zwischen all den Anwesenden, und Anknüpfungspunkte für gute Gespräche im Anschluss. 

Und ich hatte mal einen ganz besonderen Moment: nach der Trauung kam die Großmutter der Braut (die sich eigentlich so sehr eine kirchliche Trauung gewünscht hatte) mit Tränen in den Augen auf mich zu und meinte: “Darf ich sie umarmen? Das war das Schönste, was ich je gehört habe”. Da musste ich auch erstmal weinen 😉

Fotocredit: Kristina Assenova / www.kristinaassenova.com

5. Was sollten Paare für ihre Hochzeit hinsichtlich des Trauredners unbedingt beachten? Bzw. wann braucht man überhaupt einen Hochzeitsredner?
Ich persönlich finde das wichtigste, dass Paar und Redner*in gut zusammenpassen und sich miteinander wohlfühlen. Deshalb machen wir unsere Vorgespräche, die ca. 5 Stunden dauern, auch komplett kostenlos. Erst danach kann sich das Paar ganz entspannt entscheiden, ob ich wirklich das “Perfect Match” bin 🙂

Fototcredit: Dennis Jauernig / dennisjauernig.com

6. Was muss eine wirklich gute Traurede aus deiner Sicht beinhalten?
Sie muss vor allem echt sein, also aus den vielen kleinen und großen Erlebnissen berichten, die das Paar miteinander hatte, aber auch mit Freunden und Familie. Und da es ja um die Liebe geht, darf es auch ein wenig romantisch sein 😉

7. Welches sind deine Blog und Insta Account Favoriten zum Thema Hochzeit?
Da bin ich starker Pinterest-Fan und hangle mich von einem schönen Foto zum nächsten…

Fototcredit: Dennis Jauernig / dennisjauernig.com

8. Hochzeiten strotzen normaler Weise so vor Glücksmomenten – gibt’s auch Schattenseiten? Plaudere doch mal aus dem Nähkästchen…
Ich bekomme manchmal mit, dass Paare durch die Planung ganz schön gestresst sind. Deshalb ist mein Tipp dann immer: Denkt daran, dass all die Menschen kommen, weil sie euch lieb haben – und nicht weil sie eine perfekte Deko und ein Drei-Sterne-Menü erwarten. Deshalb sich lieber auch darauf besinnen, warum dieses Fest stattfinden soll, nämlich weil die Liebe gefeiert wird.

 

9. In unserem Blog geht es darum, sich das Leben (egal wie) schön zu machen. Wie machst du es dir schön?
Ich lasse mich wahnsinnig gerne inspirieren von Menschen und ihren Geschichten oder Ideen. Deshalb gehe ich gerne zu Vorträgen, zum Science Slam oder zu Meetups. Wenn ich das irgendwie noch mit einem großen Topf Pasta, einem Glas Wein und einer Diskussion über das Gehörte verbinden kann, bin ich happy.

 

10. Was möchtest du noch unbedingt in deinem Leben erreichen?
Ich wünsche mir, dass ich mein ganzes Leben lang offen für Neues bin und dadurch auch immer wieder Überraschendes und Spannendes erlebe. Genau so ist ja auch das Hobby mit den Hochzeitsreden entstanden.

11. Stell dir vor, du könntest deinem Ich von vor 10 Jahren einen Tipp geben. Was würdest du dir selbst raten?
Höre manchmal noch ein klein wenig stärker auf deine innere Stimme.

 

12. Welche Superkraft hättest du gerne?
Ich stelle es mir ziemlich lustig vor, wenn ich hoch und weit springen könnte, und dann Saltos in der Luft machen könnte – also so, als wäre der ganze Boden ein riesiges Trampolin. Das würde vielleicht auch einigen Leuten ein Schmunzeln abringen, die sonst nicht so gut drauf sind.

 

13. Was du immer schon mal sagen wolltest…
Wenn jemand, den ihr schätzt, in euch etwas sieht, was ihr euch selbst nicht zutraut, dann hat das meistens einen guten Grund – und wenn es dabei nicht um Leben und Tod geht, dann einfach mal wagen. Bei der Idee mit den Hochzeitsreden war das auch so und es hat mich an fabelhafte Orte und zu tollen Menschen gebracht – das hätte ich mir in meinen kühnsten Träumen so gar nicht ausmalen können.

Was für ein schönes Schlusswort. Danke, Lena. Da bleibt mir gar nicht mehr viel zu sagen bis auf: ich freu mich mal wieder auf ein Glas Irgendwas mit dir. Mal sehen wo das sein wird: bei den Venture Ladies, in einer Agentur, in einer Berliner Bar – oder eben auf einer Hochzeit.

MACH’S DIR SCHÖN 
Adebars Töchter

Redaktioneller Post: das heißt freiwilliger Inhalt, freiwillige Nennungen/Verlinkungen von Marken und Orten.
Werbung wird in unseren Beiträgen als solche deutlich markiert. 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.