GESTATTEN DATSCHE: Vom Garten lernen

von Wiebke

Für manche ist ein Garten (ob der eigene oder ein Pachtgrundstück) wahrer Luxus – für andere nur ein grüner Klotz am Bein. Klar, man muss sich drauf einlassen und nicht alles ist toll. Was dir ein Garten aber wirklich bringt und was du von ihm lernen kannst? Komm, ich nehm dich mal wieder mit in die „Gestatten Datsche“…

Stell dir vor, du sitzt auf meiner Terrasse. Lehn dich in einem Rattan-Lounge-Stuhl zurück, leg die Beine hoch und lass den Blick durchs Grün schweifen. Ich serviere dir meine leckere Gundermann-Limo (das Rezept dazu findest du unter dem Link) und bringe noch ein paar Leckereien aus dem Garten mit. Frische Radieschen zum Beispiel, die ich gerade aus dem Hochbeet geerntet habe. 

Blut, Schweiß und Tränen – warum du vom Garten lernen kannst

Die Tränen, die blutigen Hände, den ganzen Schweiß… all das siehst du in dem Moment nicht. Du freust dich nur über die zarten Blüten des Frauenmantels, die dicken Pfingstrosen, das leckere Radieschen und die Kirschen die über deinem Kopf langsam beginnen zu reifen. Doch hier ist nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen wie man so schön sagt…

Einen Garten zu besitzen, ihn zu pflegen, das ist Arbeit. Das nervt auch manchmal. Es fordert. Es lässt verzweifeln. Aber die Tatsache, das man so unglaublich viel von ihm lernen kann, siegt. Und zwar um Längen.

Hoffnung

Man lernt, viel mehr ans Gute zu glauben und zu hoffen. Ein Gärtner ohne Hoffnung, ich glaube, das geht gar nicht. Angefangen bei der Anzucht: ein kleiner Samen wird in die Erde gesteckt, daraus entsprießt der Keim mit seinen Keimblättern. Nach und nach wächst dieses kleine Ding bis es irgendwann mal so weit ist, saftigsüße Tomaten ernten zu können. 

Hürden meistern

Unsere größte Hürde ist und bleibt die Datsche. Dieses schnuckelige Häuschen welches so viele eigenwillige Macken hat. Wo Waschbären wohnten, Wespennester sich breit machten und die Decke anfing zu schimmeln. Keine Frage: das sind Hürden. Aber man lernt sie zu meistern! Schritt für Schritt zum Ziel zu kommen ist ein tolles Gefühl.  So erleben wir es zum Beispiel gerade mal wieder mit unserem frisch entsorgten Schrotthaufen. 

Geduld

Ich bin ehrlich. das war nie meine größte Stärke. Ich erledige gerne alles sofort. Der Garten macht mir häufig einen Strich durch meine Pläne – und genau daraus lernt man. Die Natur gibt das Tempo vor, nicht der Zeitplan. Das Wetter hat Regen statt Sonne für dich im Gepäck? Der Garten lehrt dich jeden Tag in Geduld.

Achtsamkeit

Tolles Trendwort – ich glaube, der Garten hat es erfunden! Im Garten lernst du erst so richtig, was Achtsamkeit bedeutet. Er zeigt dir, dass alles ein Kreislauf ist. Die Ameisen, die Marienkäfer, die Vögel. Jeder hat seine Aufgabe und der Garten lehrt dich, das zu erkennen, zu schätzen und zu fördern. 

Eine Marienkäferlarve besiegt Hunderte von Blattläusen. Also habt sie lieb.

Niederlagen

Ja, die gibt es. So wie immer im Leben. Hier im Garten lernst du, damit umzugehen und stets einen Plan B oder C schon im Kopf zu haben. Deine selbst gesäten Radieschen haben irgendwie eine Macke? Die Kohlfliege hat zugeschlagen? Fange von vorne an und mache dir Gedanken darüber, wie du es das nächste Mal verhindern kannst. Der Garten lehrt dich extrem mit Niederlagen umgehen zu können. Und wenn es auch ganz, ganz Kleine sind. 

Nachhaltigkeit

In deinem eigenen Garten oder Kleingarten hast du die Wahl, wie du wirtschaften möchtest. Ein großer Vorteil gegenüber dem Supermarktgemüse auf das du keinen Einfluss hast. Die Beete, die Sträucher, Bäume und Stauden machen dir klar, dass Chemie keine Lösung ist. Du lernst, dass es besser ist, nachhaltig zu arbeiten. Das Laub Gold wert ist, dass Brennnesseln super Dünger ergeben oder mit Rasenschnitt gemulchte Beete dich weniger gießen lassen. 

Mit Brennnesseljauche kann man hervorragend düngen – bio und umsonst!

Erdung

Das ist das Wunderbarste welches der Garten mich lehrt: Erdung. Damit meine ich nicht, dass ich Erde in den Händen halte. Auch wenn das supertoll ist. Nein, hier geht es um die Verbindung mit der Natur. Das Grün erinnert mich immer wieder daran, was wirklich wichtig ist. Der Garten lässt einen erden.

Abenteuer

Ein Garten zu haben macht Spaß und sorgt für jede Menge Abenteuer. Ob’s das Klettern im Baum ist, der Versuch Karotten im Topf anzupflanzen oder das Gestalten der Fläche ist. In der Hängematte unterm Sternenzelt zu schlafen? Kein Ding. Das erstaunliche Treiben der Ameisen beobachten? Kein Ding. Eine Wasserlandschaft mit Teich und Bach anlegen? Kein Ding. Im Garten kannst du jede Menge Abenteuer erleben.

Abenteuer Garten kann auch mal ganz gechillt aussehen

Für all das bin ich unserem Garten unfassbar dankbar. Ich hätte wirklich niemals gedacht, wie sehr er mich auf dieser ganz anderen Ebene weiterbringt. Danke du Lehrmeister! 

Was lässt euch denn der Garten lernen? Erzählt mal 🙂

Eure 
Wiebke

MACH’S DIR SCHÖN 
Adebars Töchter

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