SCHWESTERNDIALOG: Hygge, cozy, gezellig

von Wiebke

Mut zum individuellen Interieur

Gefühlt jeder redet darüber – über dieses Wort „hygge“. Keine Angst, wir wollen das nicht. Oder eher gesagt: wir wollen es anders machen. Denn auch wenn wir Schwestern teils total unterschiedlich sind, eines eint uns: wir sind der Meinung, das „hygge“ „cozy“ oder „gezellig“ nicht’s mit Wohntrends zu tun haben. Wie wir unser zu Hause „hyggelig“ machen? Weiterlesen.

Marmor, Kupfer, Messing, Kork, Terazzo… was kommt als nächstes?

Manchmal denken wir, dass vor lauter Trend-Fotos bei Instagram, Pinterest, oder oder die Welt irgendwann gleich wohnt. Das gleiche Kissen aus Grobstrick, die gleiche Beleuchtung ohne Lampenschirm und die Wände in Salbei. Egal ob in Vancouver, Berlin oder Novosibirsk.

Durch soziale Netzwerke weiß man schnell am anderen Ende der Weltkugel, welche Kuscheldecke „man unbedingt jetzt braucht“. Oder welche Vase. Oder sogar Pflanze. Nachmachen, nachkaufen, nachbasteln. Langweilig! Oder Spannend? Oder beides?

Wiebke mit Handy am Tisch
Immer schneller neu dank Instagram, Pinterest und Co

Trends, Trends, Trends

Aber selbst machen wir es doch genauso. Wo ist der Emoji-Affe der sich die Augen zuhält an dieser Stelle? 😉 Wir lieben Pinterest. Und Instagram. Wir driften ab in andere Bilderwelten und holen uns dort unsere Inspirationen. Blumenwelten, Küchenwelten, Hygge-Welten.

Aber unserer Meinung nach, wird ein Haus oder Wohnung nicht dann „hygge“ wenn dort das kuschelige Grobstrickkissen liegt, welches fast jeder Interior Blogger postet. Oder unsere Bettwäsche aus Leinen und die Wand in Salbei gestrichen ist. Unserer Meinung nach, wird ein zu Hause erst dann schön, wenn es Seele hat – und die der Bewohner widerspiegelt. Finden wir.

Schwesterndialog – was unser zu Hause „hygge“ macht

  1. Was hältst du von Interior-Trends? 
    Wiebke: Naja, ich finde Trends generell interessant. Aber wirklich spannend wird für mich eine Wohnung/ein Haus erst dann, wenn man kaum Trends darin erkennt – sondern die echte Persönlichkeit.

    Marieke: Ich liebe es, Wohnzeitschriften zu durchforsten und mir schöne Sachen bei Pinterest, Instagram und Co anzuschauen. Aber kaufen tue ich mir solche Trendteile eher selten. Und wenn doch, dann eher Accessoires. Ich möchte nicht viel Geld ausgeben für Dinge, die ich Übermorgen schon nicht mehr mag. Ich finde das Geld besser in Klassiker investiert.

  2. Was bedeutet „hygge“ für dich?
    Wiebke: Lustig, wie ein Wort eine „Kuschelig-Revolotion“ in Fach setzen kann, oder? Dabei war mir „mein kuscheliges Nest“ schon immer wichtig. Schon als Kind. Gemütlich, lebendig, locker. Das bedeutet für mich „hygge“.

    Marieke: „Hygge“ ist für mich nur ein Trendwort. „Gezellig“ hingegen, das niederländische Wort für „gemütlich“ ist für mich voller positiver Gefühle besetzt. Ich denke an gemütliche Abende, eine gemütliche Stimmung, an gemütliches Miteinander, an … 

  3. Wie würdest du deinen Einrichtungsstil beschreiben?
    Wiebke: Hmm. Eigensinnig. Durcheinandergemixt. Ich liebe Kontraste. Alte Erbstücke meiner Oma stehen neben einem Dschungel aus Pflanzen und daneben ein altes Metallregal vom Flohmarkt. Und ich liebe Zweckentfremdungen! Ein altes gefundenes Werkstattschränkchen bietet Platz für Medikamente und anderen Kleinkrams. Ein alter DDR-Fernseher von der Straße dient als Bar. So was mag ich. Generell interessiere ich mich schon für Trends – aber die kommen bei mir nur als Accessoires ins Haus. Ich würde mir keine Samt-Couch kaufen, nur weil Samt gerade hip ist. Ich würde sie allerdings kaufen, wenn sie mich total überzeugt. Dann bleibt sie aber auch lange.
    Botanik Oma Ecke

    Marieke: Ich liebe den Mix aus Alt und Modern. Auch wenn ich manchmal gerne mehr experimentieren und mir eine Flamingotapete ins Haus holen wollen würde, so komme ich immer wieder zu meinem Stil zurück. Dezente Farben und modernes Design gemixt mit Erbstücken. Ich liebe Erbstücke. Sie haben Seele, erinnern mich an die verstorbene Person und an bestimmte Situationen. 

  4. Woher holst du dir Inspirationen?
    Wiebke: Dadurch, dass meine Möbel stets lange bei mir bleiben, bin ich keine gehetzte Inspirations-Jägerin. Bei mir zu Hause fügt sich alles irgendwie. Und immer mal wieder neu. Nur vor einem Umzug ist das anders. Oder auch gerade jetzt, weil ich unser kleines Wochenendhäuschen, die Datsche, neu einrichten muss/darf. Ich liebe das Magazin „Couch“. Da passt alles für mich von den Themen her. Früher habe ich gern die „AD“ oder „Schöner Wohnen“ gelesen. Und ich liebe es auch, mich von Pinterest und Instagram inspirieren zu lassen.

    Marieke: Ich habe ein Abo der „Schöner Wohnen“ und der „Häuser“. Für mich ist es das Schönste, wenn ich es mir mit der Zeitschrift und nem Milchkaffee in der Hand auf dem Sofa bequem machen kann. Viele Inspirationen kommen aber auch durch Urlaube, Restaurantbesuche und Pinterest.

  5. Was ist dein liebstes Möbelstück?
    Wiebke: Das alte Werkstatt-Schränkchen mit all seinen Schublädchen aus Antwort 3. Gefunden hab ich es in Hannover, als eine Werkstatt entrümpelt wurde und alles in einem großen Container landete. Ich liiieeebe solche Fundstücke. Nicht, weil ich zu geizig bin, sondern weil ich Möbel mit einer Geschichte einfach toll finde. Wenn ich es angucke, mit seinen teils fehlenden Schubladen und den seltsamen Beschriftungen und Aufklebern, dann erinnert mich das an mein Leben. Da war auch nicht alles perfekt, aber dadurch wunderschön. Aber ganz ehrlich: wenn ein Feuer alles zerstören würde, würde ich einfach neu anfangen. Ohne Krokodilstränen in den Augen.

    Marieke: Hm. Ein moderner Schreibtischstuhl auf Rollen. Den habe ich mir zum 16. Geburtstag gewünscht – und bekommen. Noch heute finde ich ihn grandios. Ein weiteres Liebhaberstück ist ein Sessel von meiner Oma, der besonders geschnitten ist. Ein Cocktailstuhl. Früher war er rosa mit Fransen, ich habe ihn schlicht grau beziehen lassen.

  6. Ohne welches Accecoires könntest du nicht leben?
    Wiebke: Schälchen!!! Kann. Ich. Nie. Genug. Haben! Winzig, klein, mittel, groß. Eckig, oval, rund, achteckig. Unifarben, bunt gemustert oder was auch immer. Ich oute mich hiermit als Schälchen-Fetischistin. Ich wette, meine Schwester sagt über sich: Vasen! 🙂
    Schälchen, Schälchen, Schälchen
  7. Marieke: Vasen. Ich kriege davon einfach nicht genug. Zum einen ist jede Vase an sich schon ein Hingucker, zum anderen liebe ich es, die Blumen und Sträuße perfekt zu arrangieren. Und dann kriege ich nicht genug von Stühlen und Sesseln. Da könnte ich mich auch arm shoppen. Nur leider nehmen die so viel Platz weg : ) Ach ja, da wären dann noch die Lampen. Denn Licht ist seeehr wichtig für mich. 

  8. Was ist dein Lieblingsort zu Hause?
    Wiebke: Meine XXL-Fensterbank. Wir nennen sie liebevoll „80“ – das kommt von ihrer 80 cm Breite. Gebaut ist sie aus Europaletten und Matratzen. Dieser Platz besitzt etwas Magisches: ist durch den „Fast-Erker“ schön hell, durch die Heizung nebenan immer warm, durch zig Kissen kuschelig und durch ein paar Pflanzen davor wirkt es wie eine kleine Oase. Als ich meinen Mann kennenlernte, ich dort in seinen Armen lag, wusste ich aber: nicht nur der Platz ist magisch. Mittlerweile wird diese Fensterbank vielseitig genutzt: als Arbeitsplatz (ich liebe Homeoffice), Schlafplatz für Zwischendurch, Lieblingsplatz von Carlos (unserem Hund) oder Sitzecke.
    Wiebkes Lieblingsplatz „80“

    Marieke: Mein Sofa. Ich hätte nie gedacht, dass ich mir mal ein riesiges Sofa samt Ottomane kaufe. Also samt Stauraum und Schlafsofa. Aber es ist einfach sehr gemütlich. Beim Kauf haben wir uns bewusst für höhere Armlehnen entschieden, wo man sich gut anlehnen kann. Die hatte das alte Sofa dummerweise nicht. Die ganze Familie hat nun Platz (zum Kuscheln). Vom Sofa aus blicke ich direkt aus dem großen Fenster in den Berliner Himmel. Herrlich!

  9. Gibst du viel Geld für Einrichtung aus? 
    Wiebke: Nein, ich mache mir nicht viel aus Marken oder Trends. Da ich Möbel mit einer Geschichte liebe, bin ich ein großer Sperrmüll- oder Flohmarkt-Fan. Man kann ja nicht immer erben 😉 Allerdings gebe ich gerne Geld für schöne Kissen aus. Auch so ein Fetisch von mir. Und Kerzen. Und schönen Firlefanz. Ich bin aber einfach ne Schnäppchen-Queen und weiß, wo man Trend-Teile auch in billig herbekommt.

    Marieke: Nein. Ich würde aber gerne mehr ausgeben. Da gibt es noch viele Teile, die ich gerne hätte. Früher habe ich viel für Kleindeko ausgegeben. Inzwischen sorge ich dafür, dass es immer frische Blumen gibt – so wie schon bei meiner Oma. Von der habe ich übrigens auch Vasen geerbt : ) 

  10. Was möchtest du dir als nächstes zulegen und warum?
    Wiebke: Ein Sofa. Das alte erinnert mich an meinen Ex: es ist unbequem. Damals war es ein Notkauf : wir mussten wegen einer Reklamation aus dem damaligen Sortiment wählen. Das Sofa hat uns damals schon nicht überzeugt – war aber das geringste Übel. Ich kann mich allerdings nicht entscheiden: es muss groß und gemütlich sein. Ein Bettsofa, wo Freunde drauf schlafen können, sollte es haben. Gerne über Eck. Aber nicht zu klobig. Und bitte abnehmbare und waschbare Bezüge wegen des Hundes. Und bitte kein Trend-Teil, sondern was Zeitloses. Hat jemand einen Tipp?
    Ungeliebtes Sofa

    Marieke: Hm. Ehrlich gesagt steht als nächstes Ziel ein Eigenheim an. Stadtrand Berlin mit Garten. So zumindest die Wunschvorstellung. Erst dann mache ich mir wieder Gedanken, was als nächstes angeschafft werden kann.

  11. Hast du ein „wanna have“ Möbelstück?
    Wiebke: Jaaaaaaaaa! Unsere holländischen Großeltern hatten Stil – und einen Architekten als Sohn. Sie hatten die Design-Klassiker, die ich noch heute liebe… Ein Sessel wird definitiv irgendwann in meinem Besitz sein: der Lounge Chair mit Ottomane von Ray und Charles Eames. Schwarzes Leder, Palisander Holz, einmaliges Design. Dieser Sessel steckt voller Erinnerungen, erzeugt eine wohlige Gänsehaut bei mir. Leider hat die seinen Preis: 8.230,00 Euro. Puh. Ähm, was war noch mal mit meinem Bausparvertrag? Schon ausgezahlt? Mist. Ich wette, meine Schwester antwortet dasselbe!

    Marieke: Haha, ich auch! Der Eames Lounge Chair Drehsessel. Den hatte schon mein Opa und mein Onkel. Also ein Familienklassiker. Mein Opa fand es übrigens gar nicht witzig, wenn Wiebke und ich damit Karussell gespielt haben : )

Unserer Meinung nach, wird ein zu Hause erst dann schön und „gezellig“ (niederländisch für gemütlich), wenn es Seele hat. Das ist „hygge“ für uns.

Was macht für dich ein gemütliches zu Hause aus? Lass es uns wissen – gleich unten in den Kommentaren.

MACH’S DIR SCHÖN 
Adebars Töchter

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