Elternzeit: das etwas andere Sabbatical

von Marieke

Die Elternzeit ist eines der besten Dinge, die Eltern haben können. Welche ungeahnten Möglichkeiten sie Dir bringen kann, warum man sie voll ausnutzen sollte und auch der Mann extrem davon profitiert… Das verrate ich dir in meinem Liebesbrief an die Elternzeit.

Liebeserklärung an die Elternzeit 

Sabbatical bedeutet, dass man sich für einen längeren Zeitraum einen Sonderurlaub nimmt. Die Elternzeit ist gefühlt ähnlich. Auch hier hat man für einen längeren Zeitraum Urlaub. Bezahlten sogar. 

Aber ein entspannter Urlaub mit relaxen, Füße hochlegen und Buch lesen ist es nicht. Schlaflose Nächte, Diskussionen über Erziehungsmethoden oder die Auseinandersetzung mit Krankheiten wie „Hand-Mund-Fuß“ gehören zur Tagesordnung.

Das Elternjahr ermöglicht, dass man als Familie bewusst zusammenwachsen kann und man sich gemeinsam an die neue Situation gewöhnt. Ob Mann, Frau oder Geschwisterchen – ein jeder muss erst einmal in die neue Rolle samt Aufgaben hereinwachsen.

Wenn ich Freunden aus Amerika, Frankreich oder den Niederlanden von dem Elternzeitmodell erzähle, bekomme ich stets ein ungläubiges Kopfschütteln und große Augen zu sehen. Ich bin mir den Luxus des „bezahlten Sabbaticals“ bewusst und dankbar, diesbezüglich in Deutschland zu wohnen.

Das Neugeborene intensiv im ersten Lebensjahr begleiten zu dürfen, ist ein Geschenk.

Das erste Kind – das erste Mal Elternzeit

Mit der Geburt des ersten Kindes verändert sich Vieles. Auch wenn mein Mann und ich uns vorgenommen haben, weiterhin Zeit für uns selbst und als Paar zu haben, so ist es nun mal Fakt, dass sich das Leben mit der Geburt eines Kindes radikal ändert.

Auf einmal ist da jemand, der den Rhythmus des Tages bestimmt. Einschlafen, füttern, wickeln, Mittagsschlaf, … Zudem muss man sich als Neueltern erst einmal an Aufgaben wie Outdoor-Wickeln, Tram fahren mit Kinderwagen oder Ausgehen mit Kind gewöhnen. 

Rückblickend war meine erste Elternzeit mit meiner Tochter Maartje aber sehr entspannt. Jeden Tag spazieren gehen und Kaffee trinken – mit neuen, lieb gewonnenen Mütter-Freundinnen. Aufgaben wie Einkaufen habe ich fast täglich gemacht. Und 1-2 Mal in der Woche ging’s zur Krabbelgruppe in ein Familiencafe. Auf diese Weise kam ich jeden Tag raus.

Einige meiner Freundinnen lieben es, Serien zu gucken. Für mich Zeitverschwendung. So hatte ich auf diese Weise viel Zeit zum Geburtskarten erstellen, Ausmisten und Co. Kurzum: die Elternzeit war einfach grandios! Für mich zumindest. Sehr gerne denke ich daran zurück und verdränge mit Sicherheit die Erinnerungen an schlaflose Nächte und Ungewissheiten.

Elternzeit = Reisezeit 

Wie schon gesagt: es ist ein Luxus bezahlte Elternzeit zu haben. Inzwischen kenne ich fast niemanden, wo der Mann nicht auch eine Elternzeit nimmt. Meist zwei Monate, manche fahren auch das Modell 50/50. 

Viele Familien nutzen die Elternzeit, um 4-8 Wochen Urlaub zu machen. Denn wann hat man schon mal die Möglichkeit, so lange in den Urlaub zu fahren? Ob Mauritius, Südafrika oder Fehmarn, es ist eine wunderbare und unvergessliche Zeit, die ich jedem ans Herz lege – auch wenn man den letzten Spargroschen dafür ausgibt.

Die Elternzeit beim zweiten Kind ist komplett anders als beim ersten Kind 

Ja, so ist es. Zum einen weiß man inzwischen die Zeichen eines Babys zu deuten und kennt sich nach hunderten von Windeln perfekt mit dem Wickeln aus. Zum anderen geht das große Kind meist schon in die Kita, wodurch der Tagesablauf bestimmt wird. Anstatt meine große Tochter Maartje allerdings um 8:00 Uhr abzugeben, wurde es in dieser Elternzeit oft 9:30 Uhr. Ich habe es genossen aufzuwachen und mit den beiden Kindern noch im Bett zu kuscheln. Und Maartje liebt es es, morgens erst eine Runde im Kinderzimmer zu spielen.

In meiner ersten Elternzeit hatte ich Zeit für mich, als meine Tochter schlief. Bei meiner zweiten Elternzeit mit Piet war das leider nicht so. Die Schläfchen, wo ich mich ausruhen konnte, kann ich an einer Hand abzählen. Denn Piet hat sich angewöhnt immer dann zu schlafen, wenn ich Maartje zur Kita bringe, abhole oder ich einkaufe. Anders als bei der ersten Elternzeit, habe ich Einkäufe schnell nebenbei erledigt und bloß nicht auf mehrere Tage verteilt. Orga ist das A und O!

Wie man mit Kinder trotzdem Zeit für sich herausschlägt, habe ich dir an anderer Stelle schon mal aufgeschrieben.

Die 5 größten Unterschiede in der zweiten Elternzeit – im Vergleich zu ersten:

  1. Keine „Einarbeitungsschwierigkeiten“ bei den Eltern. Inzwischen ist man Profi hinsichtlich wickeln, füttern, Babyzubehör & Co.
  2. Das zweite Kind erhält nicht die intensive Aufmerksamkeit, wie das Erstgeborene. Denn schließlich gibt es inzwischen zwei Kinder, die sich über Liebe und Aufmerksamkeit der Eltern freuen – inklusive Eifersuchtsdramen der Großen. Aber keine Angst: das Zweitgeborene kennt es nicht anders. Zudem profitiert es von der Liebe und Aufmerksamkeit der großen Schwester, beziehungsweise vom großen Bruder. Ich als Zweitgeborene kann mich nicht beklagen : )
  3. Den gerade wieder gewonnen Nachtschlaf muss man wieder aufgeben. Wir haben das „Glück“ dass nun zwei Kinder nachts wach werden. Zudem gibt keinen Mittagsschlaf mehr, wo man sich selbst auch mal hinlegen kann. Denn die Große braucht inzwischen keinen Mittagsschlaf mehr. Heißt: nonstop Programm von ca. 07:00 bis 20:00.
  4. Der Tagesablauf ist mit der Kita des ersten Kindes und den Bring- und Holzeiten vorgegeben
  5. Der Urlaub in der zweiten Elternzeit ist kaum erholsam – aber trotzdem wunderschön.

Die Elternzeit nutzen, um sich selbst (beruflich) weiterzuentwickeln

Ein Persönlichkeitscoaching ist klasse, um das eigene Feuer (wieder) zu entfachen. Ich selbst spürte den Drang, etwas in Bewegung zu setzen. Mich beruflich weiter zu entwickeln. Doch wie? 

Ich habe mich für den gefühlt einfacheren und vor allem finanziell unabhängigen Weg entschieden. Gemeinsam mit meiner Schwester Wiebke habe ich diesen Blog gegründet – Adebars Töchter.

Adebars Töchter war schon lange in meinen Gedanken. Doch was sich genau dahinter verbirgt, war mir oft selbst nicht bewusst. Nun bin ich froh, diesen Blog mit meiner Schwester ins Leben gerufen zu haben. Angefangen zu haben!

Alle zwei Wochen haben Wiebke und ich uns zu Beginn getroffen, um die Vorbereitungen zu treffen. Strategie, Zielgruppe, Logo und Corprate Design. Im September war es dann soweit, und unser Blog wurde gelauncht. Natürlich musste dies gebührend gefeiert werden.

Auch wenn ich abends oft müde bin, und am liebsten früh ins Bett will, dann macht es dennoch Spaß sich an den Rechner zu setzen und zu schreiben. Sich mit Dingen zu befassen, die mir Spaß machen, außerhalb des Mutterseins. 

Sei auch du mutig und nutze die Elternzeit, um deine Wünsche und Träume umzusetzen. Zumindest den ersten Schritt kannst du in der Elternzeit machen. Mehr Zeit wirst du in Zukunft bestimmt nicht haben. Anfangen ist besser als Nichtstun!

Feier dich selbst

Nach einem Jahr endet bei den meisten die Elternzeit und die Realität beginnt wieder: das Kleinkind wird in die große Welt begleitet – die Krippe bzw. Kita und man selbst muss wieder zur Arbeit. Zugegeben, gerade bei Piet war ich die letzten Tage vor der Kita-Eingewöhnung sehr sentimental.

Gerade jetzt, sollte man sich noch einmal selbst feiern, das letzte Jahr reflektieren oder einfach mal nichts tun. Ich kann es nur empfehlen: ein Wochenende ganz alleine in der Therme samt Übernachtung(!) ist ein Traum. Für mich war es das erste Mal, dass ich von beiden Kindern so lange weg war – und sich mein Mann allein um beide Kinder gekümmert hat. Vermisst habe ich tatsächlich niemanden, aber gedacht habe ich viel an meine Familie. Ein krönender Abschluss eines wunderbaren Jahres!

MACH’S DIR SCHÖN 
Adebars Töchter

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2 thoughts on “Elternzeit: das etwas andere Sabbatical

  1. Ich habe genau das Gleiche erlebt. Allerdings war meine zweite Elternzeit viel entspannter und ich konnte mich auch mal ausruhen. Also genau andersherum 😉
    Und auch ich hatte das Bedürfnis mich nach der zweiten Elternzeit neu zu orientieren und habe mir einen neuen Job gesucht.
    Diese wunderbare Zeit mag ich auf jeden Fall nicht missen und bin dankbar.

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