Slow Travel: die wohl schönste Art Urlaub zu machen

von Wiebke

Jetzt, mitten in der Urlaubszeit macht sich wohl jeder nur über eines Gedanken: Urlaub! Entweder weil man ihn hat, oder weil man ihn gerade nicht hat. Dann verfolgt man sehnsüchtig die schönen Urlaubsfotos von Freunden, Kollegen und Wildfremden, denen man im Social Network halt so folgt. Dabei gibts für mich ja nur eine Art, richtig schön zu reisen…

Das Fenster runter machen, die trockene Erde riechen, den Fahrtwind in den Haaren spüren…

Kleine Dörfer entdecken, Opas mit tiefen Falten im Gesicht auf Bänken sitzen sehen…sich dazusetzen und plaudern. Danach ein Espresso an der Bar, dort wo der Cafébesitzer bestimmt schon seit 30 Jahren steht oder den Wochenmarkt nebenan besuchen. Eintauchen in die Welt, die man da besucht. Sich einlassen auf Neues – und damit meine ich richtig einlassen!

Mal den Markt besuchen, sich durchnaschen, ins Plaudern kommen

Wer vorher nach der tollsten Bar oder Stadt googelt, die zig Bewertungsportale miteinander vergleicht, der ist raus. Zumindest wenn es nach den Regeln eines neuen Megatrends geht…

Slow Travel

Jetzt denkt der ein oder andere vielleicht  (und auch ich, ich geb’s zu) „Jaja…das gab’s in Zeiten vor dem Internet und dem Smartphone auch schon. Neu ist das nicht!“ Aber für die Jüngeren unter uns, ist das wirklich neu! Die kennen das meist nicht. Die planen den Urlaub via Tripadvisor, Holidaycheck oder sonstigen Reiseportalen. Immer schneller, immer weiter, immer mehr.

Das Zukunftsinstitut meint dazu:
„Wer heute langsam und achtsam unter dem Aspekt „less is more“ verreist und seine Freizeit gestaltet, der strebt nicht nach Action und Adrenalin. Es ist vielmehr die Suche nach einer neuen Klarheit und Fokussierung auf Körper und Geist.“

 

Amerika, Tschechien, die Benelux-Länder, Portugal, Spanien… egal wo, am liebsten entdecke ich Länder mit dem Auto, Bus oder Camper. Und das am besten auch, in dem ich mir nur ganz grobe Ziele setze. Das ist doch das Schöne: sich treiben lassen. Für mich geht das mit dem eigenen Auto – oder dem Mietwagen am besten. „Der Weg ist das Ziel“ – eine schöne Phrase.

Wichtig: sich Zeit nehmen! Für Abstecher. Für Umwege und kleine Straßen. Für Fehlentscheidungen. Ich habe dadurch geheimnisvolle Buchten, faszinierende Menschen oder Geisterdörfer entdeckt. Ohne einen offenen Geist, hätte ich das nie erlebt. Und niemals, wenn ich es vorher versucht hätte zu planen.

„Mal orientierungslos sein. Sich einen Abstecher gönnen. Sich überraschen lassen. Verdammt noch mal endlich NICHT planen!“

Das fällt vielen von uns nämlich verdammt schwer, das Planen sein zu lassen. Die Auswahl ist sooo groß und wir haben einfach zu viel Angst davor entwickelt, dass unser langherbeigesehnter Urlaub irgendeine Delle bekommt. Wir genehmigen uns dank Bewertungsportalen selbst keinen Fehler mehr. Was für ein Schwachsinn!  Wo bleibt da das Abenteuer? Ich kann mich heute noch an die wohl schlechteste Pizza der Welt erinnern: auf einer malerischen Brücke an der Loire/Frankreich. Sie wird mir ewig in Erinnerung bleiben – und das ist gut so. Am nächsten Tag kann man ja als Entschädigung selbst kochen…

Ab zur Fischtheke des lokalen Supermarkts und rauf auf den Grill

Generell finde ich Roadtrips einfach die schönste Art zu reisen: man hat Zeit. Arbeitet sich Kilometer für Kilometer voran. Sieht wie sich die Umgebung verändert, lernt das Land so richtig kennen.

Meine Tante Ulrike hat mal gesagt: „Das Problem beim Fliegen ist, die Seele kann nicht hinterherkommen!“

Recht hat sie. Also vermeide ich das gerne. Das Gepäck im Auto, die Karte in der Hand und ansonsten einfach gucken, was kommt. Viel schöner. Wichtig finde ich auch, möglichst spontan seine Übernachtungen zu buchen. So kann man entscheiden, worauf man spontan Lust drauf hat: Campingplatz, Luxushotel, Apartment? Geht alles. Besonders wenn man Touristen-Hochburgen meidet. Und genau darum gehts es ja auch beim Slow Travel…

Und wer keinen eigenen Wagen hat, der mietet sich einen. Ich persönlich habe beste Erfahrungen mit billigermietwagen gemacht. Aber Achtung: immer ohne Selbstbeteiligung und mit höchstem Versicherungsschutz buchen! Zu dem sollte man die „Voller Tank-Regel“ und „alle Kilometer frei“ wählen. Dann gibt’s kein böses Erwachen bei der Rückgabe.

Wer keinen eigenen Bus oder Camper hat, der kann sich einen leihen. Bei paulcamper kann man das von Privatpersonen. Das ist sozusagen wie ein AirBnB – nur für Fahrzeuge. Super tolle Idee, will ich unbedingt mal machen.

Die 5 x 2 Tipps für einen Slow Travel Urlaub:

  1. Tempo drosseln – z.B. kein Flugzeug nutzen (naja… wer mal aus Europa raus will, muss das halt mal in Kauf nehmen)
  2. die Komfortzone verlassen – uns somit Touristenhochburgen vermeiden
  3. von Plänen loslassen – „Must have seen“ Sightseeing-Hopping ist verboten
  4. auf Fremde vertrauen – Bewertungsportale ignorieren
  5. das Gewöhnliche schätzen – „All inclusive“ Übernachtungen sind tabu
  6. Fuß fassen – lokale Restaurants, statt bekannte Restaurant-Ketten
  7. sich einfügen – den Kontakt zu Einheimischen bewusst suchen
  8. vereinfachen – das Handy so weit es geht in den offline-Modus schalten (ja, auch Googele Maps)
  9. weniger Geld ausgeben – mal auf dem Markt einkaufen und selbst kochen
  10. Dankbarkeit zeigen (ist immer gut, nicht nur beim Slow Travel)
Schönen Urlaub euch!

 

MACH’S DIR SCHÖN 
Adebars Töchter

 

Redaktioneller Post: das heißt freiwilliger Inhalt, freiwillige Nennungen/Verlinkungen von Marken und Orten.
Werbung wird in unseren Beiträgen als solche deutlich markiert. 

4 thoughts on “Slow Travel: die wohl schönste Art Urlaub zu machen

  1. Auch wenn ich ehrlich gesagt schon mal bei TripAdvisor und Co vorbeischaue, bin ich absolut deiner Meinung. Den Weg als Reise sehen, ungeplante Stopps einlegen und niemals die Spantaneität verlieren – dann man Reisen erst richtig Spaß!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.