HAND AUF’S HERZ: Mindreset – was der Roadtrip mit mir gemacht hat

von Wiebke

Zwei Monate Auszeit. Ausbrechen aus dem Alltag, alles mal in Frage stellen. Hört sich wahrscheinlich für die meisten super an. Wie haben es gemacht! Ein Roadtrip, oder besser gesagt, unsere verspätete Hochzeitsreise. Die Erwartungen an meinen Geist waren groß… so ein richtiger Reset sollte her. Ob’s geklappt hat?

Was für viele die Auszeit nach dem Abi ist, ist für die Mitt-Dreißiger und aufwärts wohl das Sabbatical. Mal den Pause-Knopf drücken. Machen was man will. Reisen. Abenteuer. Kopf frei… Nachdenken darüber, ob man nicht vielleicht neue Wege gehen will. 

„Der aus dem Englischen entliehene Begriff Sabbatical stammt ursprünglich aus der Bibel und vom hebräischen „Sabbat“: „Im siebten Jahr soll das Land eine vollständige Sabbatruhe zur Ehre des Herrn halten“, heißt es in der Heiligen Schrift. Gemeint ist also eine Atempause für Äcker und Ackernde.

Heute ist ein Sabbatical eine berufliche Auszeit, die sich immer mehr Menschen nehmen. Dabei handelt es sich um eine längere Form des unbezahlten Sonderurlaubs, der es Mitarbeitern gestattet, sich zu erholen, andere Ziele zu verwirklichen oder privaten Projekten nachzugehen, ohne den eigenen Arbeitsplatz zu verlieren.

karrierebibel.de

Versteht mich nicht falsch: ich liebe meinen Job und mein Privatleben. Ich war nicht wirklich unglücklich mit dem was ich hatte. Aber irgendwas schlummerte da in mir – etwas was ich nicht greifen konnte. Ein wiederkehrendes Etwas innerhalb meines Körpers, was „Veränderung“ murmelte. Also los, weg hier und rein ins Abenteuer. 

Wohin es ging, was wir erlebt haben und wie lange wir weg waren habe ich  euch bereits erzählt. Wer noch mal nachschauen mag: 
Das Vorweg: LANG MAL WEG… die Reise meines Lebens
Das Danach: DIE REISE MEINES LEBENS – und warum es dann alles anders kam

Ich habe so viel erlebt. So tolle Menschen getroffen, schöne Natur gesehen, anderes Essen genossen. Die Dimension der Milchstraße entdeckt. Eine kleine Katze gerettet. Mein Mann und ich hatten die tollsten Gespräche, haben wieder viel mehr zueinander gefunden… aber…

Stille. Bewusst werden. Nachdenken.

Auf einmal heulte ich
wie ein kleines Kind…

Ich saß mit Nino, meinem Mann, am wohl schönsten Strand Griechenlands, auf der kleinen Insel Elafonisos. Oben in den Dünen, mit Blick über das zauberhafte, türkisfarbene Meer. Leichte Brise, Sonne die wärmt aber nicht zu heiß ist. Wir hatten Essen und Trinken dabei und Zeit ohne Ende. Quasi alles da für mich zum „Glücklich sein“.

Von jetzt auf gleich war ich nur unfassbar traurig, fand alles nur noch doof. Tränen, Schluchzen. Scheiße. Wenn man so was erlebt, gelangt man automatisch zu der Frage „Ja aber was macht dich denn glücklich?“ Es ist scheinbar nicht die freie Zeit. Ich muss offenbar nicht einfach nur das Meer vor Augen haben um glücklich zu sein. Aber was dann? Was ist Glück?

Erst mal Gedanken sortieren

Und? Hat es geklappt
mit dem Mind-Reset?

Naja. Nun ja. Schon. Doch, auf jeden Fall. Vielleicht ist nicht DIE erhoffte große Erkenntnis gekommen, die die das Leben komplett auf den Kopf stellt. Auch wurde nicht das Lieblingsland zum Auswandern gefunden.

Aber im Kopf ist dennoch viel passiert. Schon allein, weil ich mich intensiv mit der Frage befassen konnte, was mich wirklich glücklich macht. Aber es sind dann, ganz nebenbei auch noch ganz wunderbare Dinge passiert. Erzähl ich euch.

Was sich verändert hat…

Ich habe meine Angst verloren in anderen Ländern Auto zu fahren. Top! Manche Erkenntnisse kamen einfach so. Wie zum Beispiel, das ich wieder mehr kreativ sein will. Malen, töpfern, Dinge bauen.

Mindmap der Veränderung

Ich weiß nun, wie wichtig Produktivität für mich ist. Mein Drang etwas zu schaffen ist nicht nervig und muss „weggeatmet“ werden. Ich bin einfach so. Nichts tun macht mich unglücklich. Da hilft auch kein gutes Buch oder ein toller Drink. Und wenn es nur Muscheln sammeln am Strand ist, ich brauche was zu tun. Und das habe ich akzeptiert.

Ich habe gelernt, wie unglaublich wichtig die Natur und die Ruhe für mich ist. Ich will viel naturverbundener leben. Tatsächlich habe ich während des Urlaubs schon leise „Tschüss Berlin“ gesagt. Ich muss einfach wieder auf’s Land. Ich habe die Schnauze voll von der Berliner Unfreundlichkeit. Vom Dreck und Lärm. Außerdem will ich jeden Tag Sonnenuntergänge genießen können und reine Luft atmen.

Einatmen, ausatmen. Genießen.

Und ich habe noch was gelernt: Gelassenheit! Als Orga-Mensch liebe ich die Kontrolle, bin mir damit aber auch manchmal echt selbst auf die Nerven gegangen. Nicht zu wissen wo man morgen schläft, hätte mich vor der Reise sehr hibbelig gemacht…

Mein Ziel: ich will mich nicht mehr stressen lassen. Von keinem. Weder vom Verkehr, Terminen, geschweige von mir selbst. Seit dem Urlaub trage ich zum Beispiel bewusst keine Armbanduhr mehr (Handy reicht ja zur Not auch).

Aber das Allertollste ist: ich weiß einfach, das ich mich auf meinen Mann zu 100% verlassen kann. Wir waren einfach ein krass cooles Team. Egal ob es ein platter Reifen in Albanien oder die Brille die ich in den Wellen von Montenegro verloren hab – ich habe wieder sooooo tolle Seiten an ihm entdeckt, hach! Reisen schweißt einfach zusammen und lässt einen wachsen. Toll!

Dreamteam auch am Freitag den 13ten

Meine Fragen zuvor an mich… und die Antworten die ich nach meiner Reise darauf fand

  • Werde ich mich in ein Land verlieben und auswandern?
    -> Nein, kommt wohl noch.
  • Wie werde ich mich selbst nach der Reise sehen?
    -> ich bin gelassener und weiß, was mich wirklich glücklich macht.
  • Und wie sehe ich meine Umwelt?
    -> Auch gelassener. Einen Gang runter zu schalten, das muss ich auch den anderen zugestehen. Nicht immer muss es zackzack gehen. Gelassener bin ich aber nicht in Sachen Umweltschutz! Meine Herren, es gibt so viel zu tun! Leute, in den südlichen Ländern läuft noch so viel falsch! Felder werden abgebrannt, Müll landet wie selbstverständlich im Meer, ganz zu schweigen von fehlenden Kanalisationen und Kläranlagen. Es scheint, als fehle dort einiges an Aufklärung. Was nutzt es uns, über Plastikstrohhalme zu diskutieren, wenn in der EU Länder die einfachsten Dinge nicht verstehen oder umsetzen? Da muss noch sehr viel passieren!
  • Wie sehe ich mich in meinem Job als freie Redakteurin/ TV-Produzentin?
    -> Kein Jobwechsel nach dem Urlaub! 😉 Ich liebe meinen Beruf – aber ich bin mir bewusster darüber geworden, dass das nicht alles ist. Ich bin viel offener für einen Wechsel geworden und habe schon richtig gute Ideen im Kopf. Und ich will noch mehr Vielseitigkeit.

Was habt ihr für Erfahrungen nach eurer Auszeit gemacht? Habt ihr danach alles geändert? Euch neu sortiert? Oder habt ihr das „Alte Leben“ wieder mehr liebgewonnen?

Denn nach meiner Reise weiß ich auch: manchmal muss man weggehen um zu sehen, was man eigentlich hat. Und vielleicht ist es am Ende auch nur DAS was einen innerlich wieder ganz glücklich macht! (Wieder) mehr Wertschätzung für das was man bisher geschaffen hat.

Eure
Wiebke

MACH’S DIR SCHÖN 
Adebars Töchter

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