Die Reise meines Lebens

DIE REISE MEINES LEBENS – und warum es dann alles anders kam

von Wiebke

Verspätete Hochzeitsreise. 2 Monate Roadtrip durch den Balkan – runter nach Griechenland. Mind-Reset, Veränderung erwünscht. Kam dann letztendlich doch etwas anders. Nach vier Wochen wurden wir vor die Wahl gestellt: zurück nach Hause und Leben retten…

Wie? Leben retten? Ja, diese Frage stellte sich bei uns nach einem Monat unseres Roadtrips. Deswegen nahm der Urlaub auch einen ganz anderen Lauf. Warum? Erzähl ich euch.

13 Länder in 5 Wochen

Bestes Auto, bester Beifahrer

Vorweg: wer kennt ihn noch, unseren Plan? Nix Bulli, nix Wohnmobil! Ein Roadtrip mit einem alten Corsa, 2-Türer. Konnte sich keiner richtig vorstellen, wie das klappen soll: 2 Monate, 2 Menschen und die ganze Campingausrüstung.

Aber wie heißt es so schön: wo ein Wille ist, da ist ein Weg! Wartet nicht, bis ihr euch einen Bus gekauft habt, endlich jemand im Freundeskreis sich ein Wohnmobil anschafft oder das absolut richtige Mietmobil vor der Tür steht. 

Schönes Korfu(a)adebarstoechter.de
Blick ins Logbuch

Selbst ein alter Corsa schafft es, glücklich und komfortabel reisen zu können! Deutschland, Tschechien, Österreich, Slowenien, Kroatien, Bosnien und Herzegowina, Montenegro, Albanien, Griechenland, Bulgarien, Rumänien, Ungarn, Slowakei. Hätte der kleine Wagen sich auf seine alten Tage sicher auch nicht erträumt, dass er da noch mal landet.

Alles bin ich gefahren. Mein werter Mann hat (noch) keinen Führerschein. Ur-Berliner halt. Aber hab ich euch schon mal erzählt, das ich Angst hab, in fremden Ländern Auto zu fahren? Tollste Voraussetzung! Aber wie lautet der andere Spruch noch gleich? „Was nicht tötet, härtet ab.“ Stimmt! Boah! Und wie ich jetzt abgehärtet bin… 

Veränderung erwünscht – aber wie?

Wir haben so viel erlebt… Und jetzt wo ich das hier alles durchs Schreiben Revue passieren lasse, kommt mir meine wichtigste Frage wieder in den Kopf. Ich wollte wissen, was mich diese Reise lehrt, was sie verändern wird.

Werde ich mich in ein Land verlieben und auswandern? Wie werde ich mich selbst nach der Reise sehen? Und wie sehe ich meine Umwelt? Meinen Job als freie Redakteurin/ TV-Produzentin? Fakt ist: solch eine Reise lässt Zeit zum Nachdenken. Und das ist gut so. 

So haben wir’s gemacht – meine Tipps für einen Reset-Roadtrip

Wir wollten: maximale Freiheit. Deswegen haben wir uns selbst nicht gestresst und wirklich nur die grobe Route vor Abfahrt festgesteckt. Keine Hotels, Pensionen oder Campingplätze gegoogelt, Bewertungen durchforstet oder gar vorab gebucht. Bewusst erleben. Nicht planen. Sich treiben lassen. Hier gehts zu meinem Artikel über die Vorteile von Slow Travel.

Es ist meine zigster Roadtrip – deswegen kann ich euch ein paar gute Tipps an die Hand geben. Aber Achtung: hängt natürlich stark von Reiseland, Gefährt und Personenanzahl und den eigenen Bedürfnissen ab!

Egal wo: Hauptsache richtige Bettwäsche!

Schatz, wo schlafen wir heute?

Auch ich liebe Design-Unterkünfte, genieße eine heiße Badewanne oder freue mich über eine eigene Waschmaschine… Aber: sich auf das wirklich Wesentliche zu konzentrieren, entspannt extrem. Hauptsache sauber. Und wenn nicht: Desinfektionsspray mitnehmen.

Meist haben wir gecampt. Nicht nur weil es nett günstig ist, sondern auch weil wir dort immer coole Leute treffen. Abenteurer. Das Beste daran finde ich aber, das man so mit der Natur verbunden ist. Kälte, Wärme, Wind, Tiere, all das spürt man allein wenn man schläft. 

Zwischendurch haben wir uns aber auch richtig schöne Hotels, Boutique Hotels, Aparthotels, Pensionen oder Privatunterkünfte gegönnt (teils mussten wir es auch weil das Wetter auch mal nicht so doll war zum Zelten). Von bis war alles dabei. Hauptsache schön. Das hier auf den Fotos sind unsere absoluten Lieblinge… sehr zu empfehlen in Griechenland.

Links ein kleines Hotel namens Gea Elaia, ganz neu am Strand von Neapoli Voin, Griechenland. Es wird von einem Olivenöl-Fabrikanten geführt und ist herrlich neu. Eine Designperle dort unten in Lakonien. Und links seht ihr ein bezauberndes Boutique Hotel auf Korfu, das Sun ’n Chill bei Kavos. Der Ort an sich ist in der Nebensaison klasse, nur zur Saison würde ich die südlichste Spitze Korfu’s meiden. Es sei denn, du stehst auf Ballermann für Engländer. 

9 Tipp’s für deinen Reset-Roadtrip

1. Zeit

  • Als allererstes: nehmt eure Armbanduhr ab und lasst sie zu Hause! Wer wirklich entspannen will, lässt sich treiben.
  • Nur das machen, was man Tag für Tag will, ist schon ein echter Luxus. Vor allem lernt man, das Wesentliche wieder zu sehen.
  • Wer Veränderung im Kopf sucht, der braucht mehr als zwei Wochen Zeit! Aber es muss nicht gleich ein Jahr Sabbatical sein. Meinen Mind-Reset habe ich auch in zwei Monaten erlebt. Wer jetzt denkt: „So viel Urlaub hab ich nicht“. Fragt mal euren Chef, ob ihr nicht unbezahlten Urlaub nehmen könnt. Bei meinem Mann ging das leichter als gedacht. Ich bin ja eh selbstständig.
Zeit für Gedanken

2. Planung

  • Plant so wenig wie möglich. Die grobe Route könnt ihr ja fest legen, aber lasst euch Spielraum für Spontanität.
  • Gepäckplanung ist die Basis eines guten Roadtrips! Meine ungefähre Packliste hatte ich schon in meinem Artikel „Reise meines Lebens“ verbloggt. Beschränkt euch generell auf das Wesentliche.
  • Wer so spontan sein will wie wir, der muss vorausschauen. bekommt einen guten Tipp: regelt die Übernachtung am besten immer bis 16:00. Denn bedenkt: Fahrzeit, eventueller Fehlschlag, eventueller Zeltaufbau, Sonnenuntergang, Essen. 

3. Geld

Wer seinen Kopf entspannen will, sollte sich keine Gedanken über Geld machen müssen. Diese Ratschläge haben wir uns aus dem Netz ergoogelt, selbst erfahren oder von anderen Abenteurern mitbekommen:

  • Reisen muss nicht teuer sein! Allein schon das Reiseziel wird euren Geldbeutel bestimmen. In Albanien kostet die Pizza z.B. nicht mal vier Euro, in Griechenland, ein Land weiter, wird gleich locker mal das Dreifache. berechnet. Gleiches gilt für Unterkünfte oder Sprit. Zudem: selber kochen so oft es geht. Macht auf dem Campingplatz sogar richtig Spaß! 
  • Besorgt euch eine kostenlose Kreditkarte (z.B. von der DKB, da kann man weltweit mit umsonst Geld abheben). Darauf kommt das, was ihr als Reise-Budget festgelegt habt. Schafft euch ein Reise-Portemonnaie an, in dem immer etwas Bargeld in der jeweiligen Landeswährung ist.  
  • Am besten vorher KEIN Geld wechseln, meist kostet es im Herkunftsland weniger. Vor allem könnt ihr vor Ort besser abschätzen, wie viel ihr wirklich braucht. Ihr wechselt auch nicht, sondern zieht euch die jeweilige Währung aus dem Bankomaten. Das spart Wechselgebühren. 

Und wer sparen möchte, kocht halt öfter mal selbst. Es muss ja im Sommer auch eh nicht unbedingt drei Mahlzeiten sein, zumindest ging es uns so. Morgens ein Burek/Börek/Byrek vom Bäcker und abends lecker kochen – so war es oft bei uns. Aber gegönnt haben wir uns immer. Nix Spaghetti mit Ketchup!

Soviel zum Lifestyle. Und der Kopf? Wer den Kopf frei kriegen und Platz für Veränderungen haben will, muss sich zwangsläufig entspannen. Und was entspannt mehr als Freiheit? Deswegen war das unser wichtigstes Anliegen. Wie wir das geschafft haben? Ansprüche runterschrauben und einfach das tun, wonach einem ist. Endlich wieder malen. Endlich Muße.

Und hat es nun geklappt, das Langersehnte Ping! Die Erleuchtung? Das erzähle ich euch ein anderes mal. Hier, bei Adebars Töchter.

ZACK! Warum wir unsere Reise plötzlich abgebrochen haben…

Ich bin euch ja noch die Antwort schuldig, warum es dann doch nicht so recht „Die Reise meines Lebens“ wurde. Aus den acht Wochen wurden also nur fünf. Warum? diese Geschichte könnte den Titel 

„Eine Diebin auf vier Pfoten“

vertragen. Ein circa 5-monate altes wildes Siam-Kätzchen hat unser Herz gestohlen. Auf dem Campingplatz der griechischen Trauminsel Elafonisos. Weiß mit dunkler Maske und blauen Augen. Und Darmvorfall, shit! Der Darm hing aus ihrem Popo und Keinen hat es interessiert ob sie überlebt. Außer uns. Die Leidensgeschichte kürze ich besser mal ab.

Nun ist die Katze, die übrigens ein Mädchen ist, bei uns in Berlin. Wir haben sie Ella getauft. Die Dame hat uns viel Aufregung und vier Wochen „eine andere Art von Urlaub“ beschert. Wir haben den Roadtrip verkürzt, haben tolle Länder nur im Vorbeifahren gesehen nur um dieses süße Tier zu retten. Aber: sie ist es wert. Auch die ganzen Tierarztkosten. Und ein schöneres Andenken an unsere Hochzeitsreise wird es wohl kaum geben.

Und dann wird es halt ein anderes Mal was mit „Der Reise meines Lebens“. So richtige zwei Monate. Ich freu mich drauf. 

Habt ihr noch Fragen? Wollt ihr mehr Tipps? Schreibt mir hier, auf Facebook oder auf unserem Instagram-Account.

Ich freu mich auf euch, eure Wiebke

Happy me

MACH’S DIR SCHÖN 
Adebars Töchter

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