LECKER IM… November: Hagebutten

von Wiebke

Wusstet ihr, dass Hagebutten mit die vitaminreichsten Früchte der ganzen Welt sind? Auch wenn es ein bisschen Arbeit ist, ich sage euch: es lohnt sich. Geht raus und sammelt! Momentan wächst da draußen nämlich bestes Superfood. So bekommt ihr regionale Vitaminbomben – und das sogar gratis!

Von wegen nur Juckpulver

Hände hoch, wer die roten Dinger als Juckpulver kennt! Ich muss sagen: meine Erinnerungen an die roten Früchte sind so lala. Den knallroten Hagebuttentee aus dem Kindergarten fand ich nicht prickelnd – dafür prickelte es aber um so mehr wenn die Jungs in der Grundschule den Mädchen zerquetschte Hagebutten in den Nacken rieben. Man kann also sagen: ich wurde erst sehr viel später zum Fan.

Wer sich wie ich mit Heilpflanzen und Schätzen aus der Natur beschäftigt, der weiß die Hagebutte allerdings sehr zu schätzen. Und hiermit will ich versuchen, auch euer gespaltenes Bild wieder etwas gerade zu rücken – denn die Hagebutte ist die allerbeste und regionale Vitaminbombe. Also nicht nur gut für euch – sondern auch nachhaltig und somit auch gut für unseren Planten. 

Hagebutten: kleine rote Kraftpakete

Was macht die Hagebutte so wertvoll? Was ist sie überhaupt? Hagebutten sind die Früchte vieler Rosen-Arten. Besonders die Hunds-Rose die auch gerne wild wächst, bildet im Herbst rote Früchte aus. Eierförmig, rund, klein oder groß – essen kann man tatsächlich alle Hagebutten-Arten. So macht das Sammeln Spaß. Hauptsache sie sind rot – denn dann sind sie reif. 

Nach dem Frost werden die Früchte etwas weicher und auch süßer. Zum Verarbeiten finde ich die harten Früchte aber wesentlich besser – da lassen sich die innenliegenden Kerne besser entfernen. Was man alles damit machen kann, das erzähle ich euch gleich. Seid gespannt!

Wichtiger Hinweis zum Sammeln

Bedenkt, dass Hagebutten Nahrung für Wildvögel sind. Auch sie versorgen sich im Winter mit den vitaminreichen Früchten. Daher: sammelt nicht zu viel von einem Strauch ab und lasst den Tieren etwas übrig.

Was macht die Hagebutte zum Superfood?

Etwa 1.250 Milligramm Vitamin C pro 100 Gramm hat sie in sich. Zum Vergleich: die Zitrone schafft es gerade mal auf 50 pro 100 Gramm! Vergesst also die klassische „heiße Zitrone“ sondern trinkt lieber eine „heiße Hagebutte“ wenn ihr eine Erkältung vorbeugen oder bekämpfen wollt. Auch schön: das viele Vitamin C soll laut Studien auch beim Abnehmen helfen, da sie bei der Verbrennung des Körperfetts hilft. Die vielen Balaststoffe helfen deinem Darm und bringen deine Verdauung in Schwung.

Zudem hat sie viele Antioxidianten, die unsere unsere Körperzellen schützen. Und nicht nur das viele Vitamin C ist der Star – das enthaltenen Vitamin A hält jung, unterstützt Haut und Sehkraft – tolles Früchtchen! Ein Aufguss aus den Kernen schmeckt nicht nur lecker nach Vanille sondern hilft bei Arthrose, Rheuma, bei Harnwegserkrankungen und kann Blasen- und Nierenprobleme heilen.

Wie verarbeite ich Hagebutten?

Es gibt unzählige Möglichkeiten, was ihr mit den kleinen roten Früchten machen könnt: fangen wir an mit dem roh essen direkt vom Strauch! Dazu wählt ihr weiche Früchte, trennt die schwarzen verblühten Rosenreste ab und drückt das Fruchtfleisch vorsichtig heraus. Kerne und die reizenden Härchen bleiben bei der Methode einfach drinnen. So könnt ihr euch beim Herbstspaziergang mal kurz einen leckeren Vitamin-Kick holen.

Die Früchte schmecken alle etwas unterschiedlich – je nach Rosenart. Alle sind sie aber etwas mehlig und sauer. Man schmeckt quasi das Gesunde. Sobald der erste Frost kommt, werden die Früchte wie bereits erwähnt weicher und etwas süßer. 

Hagebutten-Ketchup, Hagebutten-Tee, Hagebutten-Oxymel, Hagebutten-Chutney, Hagebutten-Marmelade, Hagebutten-Mus, Hagebutten-Essig, Hagebutten-Sirup, Hagebutten-Likör oder auch Hagebutten-Suppe

Ihr seht: die Hagebutte ist extrem vielseitig! Je nach Vorhaben muss sie unterschiedlich verarbeitet werden. Manche Rezepte erfordern das leicht nervige Entkernen und Trocknen, bei anderen Zubereitungen kann man sich das Pulen sparen, verwendet die ganze Frucht wobei die Kerne und Härchen später herausgefiltert werden.

Ich zum Beispiel mag gerne Hagebutten-Pulver und nutze es somit als Gewürz. Gibt nicht nur einen Säure-Kick sondern ist ein echtes Farb-Highlight auf dem Teller oder in der Müslischale! 

REZEPT
Hagebutten-Pulver

Dazu die festen Früchte (also vor dem ersten Frost sammeln) halbieren und mit einem Messer die Kerne entfernen. Anschließend ordentlich waschen damit sich die restlichen Härchen lösen. Abtrocknen und dann trocknen lassen. Entweder ihr breitet sie auf einem Tablett oder Backblech aus und lasst sie ein paar Tage an einem warmen Fleck trocknen – das ist am umweltschonendsten weil es keine extra Energie kostet.

Wer nicht so lange warten kann, nutzt den Ofen. Dabei müssen die auf einem Backblech ausgebreiteten Früchte etwa drei Stunden bei 50 Grad trocknen. Vergesst dabei nicht einen Holzlöffel in die Tür zu stecken damit die Feuchtigkeit entweichen kann. Profis nutzen ein Dörrgerät. 

Hagebutten – energieschonend trocknen

Die getrockneten Früchte werden dann einfach nur im Mixer oder mit dem Pürierstab zu Pulver zerkleinert. Dieses dann am besten dunkel und luftdicht aufbewahren – so bleiben euch die wertvollen Inhaltsstoffe am besten erhalten. Innerhalb eines Jahres solltet ihr es jedoch aufbrauchen – es wird nicht schlecht, verliert aber mit der Zeit an Farbe und Geschmack und Nährstoffen.

Wichtig: die Kerne nicht wegschmeißen! Sie schmecken leicht nach Vanille – und ist ein toller Tee. Und wie oben bereits beschrieben haben auch sie jede Menge Heilkräfte!

Rezepte, Rezepte, Rezepte

Ich hole mir meine Inspirationen gerne bei drei Wildpflanzen-Profis auf Instagram. Die muss ich euch unbedingt ans Herz legen. Hier findest du tolle weiterführende Infos und jede Menge Rezepte. Victoria von VildVuchs, Valerie von Blatt und Dorn oder Isabel von Heger und Sammler.

 

Bock auf Hagebutten-Ketchup?
Victoria hat ein Gespür für eher Außergewöhnliches

Du suchst nach einem leckeren Hagebutten-Oxymel-Rezept?
Bitteschön, gibts bei Valerie

Hier bei Isabel gibt’s sogar ein kostenloses e-Book
mit fünf Rezepten rund um die Hagebutte

 

Na? Lust auf das gratis Superfood bekommen? Dann schnapp dir deine Schuhe, eine Schere und etwas worin du die Früchte sammeln kannst. Die Jackentaschen gehen natürlich auch. 😉

Verwendest du auch schon das Superfood unserer Omas? Was machst du damit? Verrate es uns in den Kommentaren oder tausche dich mit uns und unseren Followern bei Instagram oder Facebook aus. 

Eure Wiebke

MACH’S DIR SCHÖN 
Adebars Töchter

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